Wallner Kapelle

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Kapellenbildstock
Zustand:
Witterungsschäden
Ort (Bezirk):
4342 Baumgartenberg (Perg)
Adresse (Ortschaft):
Kühofen (Kühofen)
Breiten-, Längengrad:
48.2051, 14.73552 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
600 cm

b) Gesamtbreite:
495 cm

c) Gesamttiefe:
150 cm

p) Nischenhöhe:
430 cm

q) Nischenbreite:
290 cm

r) Nischentiefe:
100 cm
AKfKDF_Bemassung_Kapellenbildstock_Vereinheitlicht.png
Inschrift
Inschriftentyp

Spruch
Sitio Pater in manus tuas commendo spiritum moum Consummatum est Hodie mecum eris in paradiso Ecce Filius tuas Ecce Mater tua Deus meus, Deus meus, quare me repulisti?

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
In Latein die sieben letzten Worte Jesus Christi am Kreuz - gemalt auf Spruchbändern

Christusmonogramm (INRI)
Geschrieben auf einer Holztafel oberhalb des Gekreuzigten

Sakrales Bild
Material für Bilder

Putz
Auf Putz aufgemalte Kreuzigungsdarstellung

Sakrale Ikonographie

Mariendarstellung - Maria ohne Kind
Gemälde an der Rückwand der Nische - links stehend als Assistentfigur zum Holzkreuz welches sich davor befindet.

Heiligendarstellung - Hl. Johannes (Evangelist, Apostel)
Gemälde an der Rückwand der Nische - rechts stehend als Assistenzfigur zum Holzkruzifx, welches sich davor befindet. Daneben ein Soldat der die Spruchbänder hält.


Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit geraden Enden)
Holzkreuz, 360x220x8

Kreuzdarstellung

Kruzifix
Korpus gefasst, 200x120x40

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Lehmziegel - gebrannt (Ton)

Mauerwerk-Technik

verputzt
weiß gestrichen mit grauem leicht vorspringendem Sockel, das Walmdach ist mit Biberschwanzziegeln gedeckt.

Errichtung
1751 - 1800

Votationsgrund
Schutz

Der letzte Abt des Klosters ließ diese Kapelle errichten, - kurz vor der Aufhebung des Konvents.

Der mächtige Kapellenbildstock nahe des Hauses Wallner am westlichen Ortsrand ist baugleich mit der Kapelle am Molkereiberg am östlichen Ortsausgang. Auch hier an der Machlandstraße nach Mitterkirchen ließ das Kloster eine Kapelle errichten, um die Reisenden zu begrüßen bzw. zu verabschieden.

Der nicht begehbare Kapellenbildstock ist straßenseitig nach Süden offen und mit einem niedrigen Eisengitter b=290/h=75  abgeschlossen. An der Rückwand hängt ein lebensgroßes Kruzifix aus der Barockzeit. Oben schließt die Nische mit einemKorbbogen, das Rückwandgemälde zeigt Maria und Johannes unter dem Kreuz sowie auf beiden Seiten verschiedene Spruchbänder mit lateinischen Inschriften; rechts präsentiert ein Soldat als Fahnenträger die Spruchbänder.

Bekannte Restaurierungen fanden in den 1920er Jahren durch Pfarrer Karl Brunner aus Obergrünburg, 1950 durch Malermeister Alois Greisinger aus Mitterkirchen und 1983 durch Karl Riegler aus Baumgartenberg statt.

Geschichte(n):

Bei den lateinischen Schriftbändern handelt es sich um die „Sieben letzten Worte Jesus Christi“ am Kreuze. Auffällig ist hier die Tatsache, dass ein Spruch nicht vorhanden ist, und zwar der Spruch Pater ignosce illis, quia nesciunt quid faciunt – „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. Warum er fehlt, ist nicht bekannt.

Die „Sieben letzten Worte Christi“ (Sätze) am Kreuz sind entnommen aus drei der vier Evangelien des Neuen Testamentes. Aus dem Lukas und dem Johannes Evangelium kommen jeweils drei der Worte, das siebte findet man bei Matthäus sowie bei Markus. Traditionell wurden diese Worte entsprechend der Passionsgeschichte stets in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet. An erster Stelle steht die Vergebensbitte für die Peiniger und Mörder, am Schluss legt Jesus seinen Geist in die Hände seines Vaters.

 Rechte Seite (von oben nach unten):

Sitio - „Mich dürstet.“

Pater in manus tuas commendo spiritum moum - „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Consummatum est – „Es ist vollbracht.“

 Linke Seite (von oben nach unten):

Hodie mecum eris in paradiso – „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“

Ecce Filius tuas. - „Siehe, dein Sohn!“

Ecce Mater tua - „Siehe, deine Mutter!“

Deus meus, Deus meus, quare me repulisti? – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? “

 

Traditionell wurden in früherer Zeit beim Bau eines Hauses oft gefaltete Papiere mit denSieben letzten Worten“ Jesu im Dachstuhl platziert, um Schutz zu bitten gegen möglichen Schäden durch Blitz, Hagel oder Sturm.

Literaturquelle
2024
Datenbankerfassung
2025-04
Kastler Ambros
Letzte Überarbeitung
2025-07
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich