Hl. Nepomuk - Linzertor

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie:
Heiligendarstellung - Hl. Johannes Nepomuk
Zustand:
Gut
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Eisengasse (Freistadt)
Breiten-, Längengrad:
48.509895073279, 14.50271487236 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
290 cm

b) Gesamtbreite:
80 cm

c) Gesamttiefe:
70 cm
AKfKDF_Bemassung_Allgemein_Vereinheitlicht
Inschrift
Inschriftentyp

Einfache Inschrift
Hl. Johannes von Nepomuk Bitte für uns

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Vorderseite des Sockels: Frakturschrift in Stein gehauen: in einer ovalen Kartusche mit Blattornamenten verziert.


Inschrift
Inschriftentyp

Jahreszahl
1723

Einfache Inschrift
Johann Gottlieb Scheidl

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Rückseite des Sockels: Frakturschrift in Stein gehauen; das Errichtungsjahr und der Errichter

Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit geraden Enden)
aus Stein gehauen

Kreuzdarstellung

Kruzifix
aus Stein gehauen

Stein
Stein-Art

Granit/Granitverwandte Gesteine

Stein-Technik

behauen
Niedriger Antrittssockel darüber ein bauchiger barocker Sockel auf dem mit einer Zwischenplatte die Figur gesetzt ist.

Errichtung
1722 - 1723

Votationsgrund
Schutz

Die Statue wurde zum ungefähren Zeitpunkt der Seligsprechung Nepomuks vom Handelsmann Johann Scheidl errichtet.

Der hl. Nepomuk beim Linzertor hat eine im wahresten Sinn des Wortes, bewegte Geschichte.
Er ist in Gestalt einer klassischen Barockfigur aus Stein auf einem Sockel zu sehen. Mit beiden Händen trägt er ein Kreuz mit einer Christusfigur.
Sein Haupt ist umkrönt von einem Strahlenkranz mit Zacken.

Der Freistädter Handelsmann Johann Scheidl ließ die Statue im Jahre 1723 nahe dem Linzertor aufstellen. Im Jahre 1886/87 wurde auf diesem Platz ein Sparkassengebäude errichtet und Nepomuk wurde in einen kleinen Park beim Linzertor übersiedelt.
Zu dieser Zeit gab es keine modernen Baumaschinen, so wurde Nepomuk mit viel Muskelkraft und einem Seil um den Hals übersiedelt und aufgestellt.

Dies bewog den heimischen Komponisten Anton Vergeiner im Jahre 1895 eine Historie vom hl. Nepomuk zu schreiben, die mit folgenden Vers im Dialekt endet:

"In Prag  ham´s mi tränkt und in Freistadt ham´s mi ghängt.
i moan i han gnua, gebt´s ma amoi a Ruah!"
"Anton Vergeiner, 1895"

Im Jahre 1990 wurde dieser Park umgestaltet und der hl. Nepomuk sollte als Brückenheiliger seinen Platz direkt auf der Brücke zur Innenstadt bekommen.
Diesmal wurde ein Kran zur Übersiedlung verwendet und wieder wurde der Märtyrer an einem Seil aufgehängt und mit Blick auf den Stadtgraben neu aufgestellt. Er stand mit den Rücken zum Gehsteig, was den Freistädtern nicht gefallen hat, denn sie wollten natürlich, dass Nepomuk die Vorbeigehenden ansieht. Schon nach wenigen Tagen wurde er umgedreht und seither steht er mit würdevollem Blick zum Gehsteig auf der Brücke.
So hoffen wir alle, dass der hl. Nepomuk endlich seine Ruhe gefunden hat.

 

 

 

 

 

 

 

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 20,21
alternative Quelle
www.heilige.de, Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V.
Eigenrecherche2025, Christine Ateek und Augenzeugin 1990
Datenbankerfassung
2025-04
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich