Der hl. Nepomuk beim Linzertor hat eine im wahresten Sinn des Wortes, bewegte Geschichte.
Er ist in Gestalt einer klassischen Barockfigur aus Stein auf einem Sockel zu sehen. Mit beiden Händen trägt er ein Kreuz mit einer Christusfigur.
Sein Haupt ist umkrönt von einem Strahlenkranz mit Zacken.
Der Freistädter Handelsmann Johann Scheidl ließ die Statue im Jahre 1723 nahe dem Linzertor aufstellen. Im Jahre 1886/87 wurde auf diesem Platz ein Sparkassengebäude errichtet und Nepomuk wurde in einen kleinen Park beim Linzertor übersiedelt.
Zu dieser Zeit gab es keine modernen Baumaschinen, so wurde Nepomuk mit viel Muskelkraft und einem Seil um den Hals übersiedelt und aufgestellt.
Dies bewog den heimischen Komponisten Anton Vergeiner im Jahre 1895 eine Historie vom hl. Nepomuk zu schreiben, die mit folgenden Vers im Dialekt endet:
"In Prag ham´s mi tränkt und in Freistadt ham´s mi ghängt.
i moan i han gnua, gebt´s ma amoi a Ruah!"
"Anton Vergeiner, 1895"
Im Jahre 1990 wurde dieser Park umgestaltet und der hl. Nepomuk sollte als Brückenheiliger seinen Platz direkt auf der Brücke zur Innenstadt bekommen.
Diesmal wurde ein Kran zur Übersiedlung verwendet und wieder wurde der Märtyrer an einem Seil aufgehängt und mit Blick auf den Stadtgraben neu aufgestellt. Er stand mit den Rücken zum Gehsteig, was den Freistädtern nicht gefallen hat, denn sie wollten natürlich, dass Nepomuk die Vorbeigehenden ansieht. Schon nach wenigen Tagen wurde er umgedreht und seither steht er mit würdevollem Blick zum Gehsteig auf der Brücke.
So hoffen wir alle, dass der hl. Nepomuk endlich seine Ruhe gefunden hat.