Das Eingangsportal des unter Denkmalschutz stehenden Bauernhofes wurde vor mehr als 150 Jahren mit ehemaligen Resten aus dem Abbruchmaterial des Klosters Baumgartenberg gestaltet.
Nach dem Klosterbrand im Jahre 1825 wurden ein Tympanon und ein Wasserspender aus Granit Mitte des 19. Jahrhunderts dem Kloster abgekauft und im hiesigen Bauernhof eingebaut. Auf dem Tympanon, welches aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt, ist Jesus Christus als Schmerzensmann dargestellt, links davon Jutta und rechts Otto von Machland, das Stifterehepaar des Zisterzienserkonvents.
Geschichte(n):
41 Jahre nach der Aufhebung des Zisterzienserstiftes zerstörte ein verheerender Brand die ursprünglichen alten Klostergebäude. Nur das heute noch bestehende Pfarrhofsgebäude blieb verschont. Viele intakt gebliebene Bauteile aus den Brandruinen wurden in der Folge als Baumaterial an die Bevölkerung veräußert. So kam auch der Bauernhof Brunner zu historisch wertvollen Bauelementen aus den alten Klostergebäuden.
Das Bauernhaus der Familie stand bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts etwas nördlicher als heute. Es wurde anfangs der 1860er Jahre abgerissen und südlicher auf dem so genannten „Häuslacker“ neu aufgebaut. Der Ururgroßvater der heutigen Besitzerin, Florian Brunner, kaufte damals die Bauteile aus den Brandruinen, und zwar ein ehemaliges Tympanon, einen Überleger aus Granit
und zwei Granitauflager (seitlich des Türgerichts als Auflager für die Halbsäulen aus Stuck). Diese Teile wurden 1862 im Eingangsportal verbaut und mit Stuckgesimsen verziert bzw. umrahmt.
Der damalige Bauherr erwarb auch noch einen Wasserspender aus Granit. Er wurde ursprünglich in die Küche des Bauernhauses eingebaut und spendete Wasser, welches vom Ziehbrunnen im Hof durch eine Leitung ins Haus geführt wurde. Heute ist der Wasserspender ein steinernes Schmuckstück im Vorhaus des Hofes.