Der Ulrichsberg, im Volksmund „Schöllerberg“ genannt, ist eine geschichtsträchtige Erhebung im Ortschaftsgebiet von Baumgartenberg. Der Hügel, der nach der ehemaligen Ulrichskirche benannt ist, liegt nördlich des Zentrums und kann auf zwei Wanderwegen leicht erreicht werden. Von oben ergibt sich ein wunderbarer Panoramablick über das Machland in die Gebirgswelt vom Schneeberg bis zum Traunstein.
In unserem südlichen Gemeindegebiet liegt die Ebene des Machlandes, ein fruchtbares Schwemmland der Donau. Im nördlichen Gemeindegebiet treten bereits Granitformationen der Böhmischen Masse (Granit- und Gneishochland) auf. An den Talrändern befinden sich Sandsteinschichten, entstanden durch Flussanschwemmungen bzw. durch Granitverwitterung.
Geologisch gesehen gehört der Berg bereits zum Mühlviertel. Diese Landschaft entstand während einer Gebirgsbildung durch die Bewegung der südlichen und nördlichen europäischen Kontinentalplatte vor rund 350 Mio. Jahren. Sie fand wesentlich früher als die Bildung der Alpen statt.
Geschichte(n):
Otto von Machland, ein reich begüterter Adeliger, und seine Gemahlin Jutta von Peilstein, sie war eine Nichte des Babenbergers Leopold III. und die Schwester des Bischofs Reginbert von Passau, stifteten dem Zisterzienserorden einen Großteil ihres Besitzes. Die Stiftung des Klosters Baumgartenberg ist mit 6. Mai 1141 datiert, dem Orden wurde der gesamte Landbesitz in der Umgebung der Burg geschenkt.
Das Stifterehepaar beauftragte in der Folge das Stift Heiligenkreuz, Mönche in das neu gegründete Zisterzienserstift Baumgartenberg zu entsenden. Genau ein Jahr später, am 6. Mai 1142, erfolgte die Einsetzung der aus Heiligenkreuz angeforderten 12 Mönche. Alle notwendigen Regulargebäude des Klosters waren zu diesem Zeitpunkt bereits als provisorische Holzbauten vorhanden. Gemäß der Ordensregel der Zisterzienser wurde für das Areal des Klosters nicht der Ulrichsberg, wo Burg und Kirche standen, gewählt, sondern das ebene Gelände südlich des Berges.
Hier begann also die Geschichte des Zisterzienserklosters, welches über 600 Jahre existierte, ehe es 1784 aufgelassen wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts (1865) erwarben die „Schwestern vom Guten Hirten“ das ehemalige Kloster, sie führen es bis heute.
Ehemalige Kirche des Hl. Ulrich und des Hl. Jakob
Eine Burganlage mit dazugehöriger Kirche, errichtet von den Herren von Machland, stand bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts auf dem westlichen Geländesporn des Ulrichsberges. Schwache Geländemerkmale weisen noch darauf hin, diese sind großteils durch das Privathaus Nr. 10 überbaut. Im Keller des selbigen Hauses sind zwei gotische Säulen eingebaut, die Überreste aus der spätgotischen Filialkirche St. Ulrich sein könnten.
Diese ehemalige Kirche am Ulrichsberg, die im Osten der Burg stand, existierte also bereits zu Lebzeiten Ottos von Machland (erste Hälfte des 12. Jahrhunderts). Das belegen verschiedenste Archivaufzeichnungen bzw. die Bestätigungsurkunde der Stiftung des Klosters. Die Kirche war Teil der Stiftung und wurde von den Zisterziensern übernommen. Errichtet wurde sie wahrscheinlich im Verlaufe des Burgbaus zu Beginn des 12. Jahrhunderts, sie war den zwei Heiligen Ulrich und Jakob geweiht. Weitere Aufzeichnungen belegen die Zerstörung und die Wiederherstellung der Ulrichskirche in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damals wurde sie wie viele andere religiöse Bauten von den Hussiten gebrandschatzt und erheblich verwüstet. In den nächsten Jahrhunderten war sie ebenfalls lt. Archiv- Aufzeichnungen noch bis in das 18. Jahrhundert präsent. Nach der Aufhebung des Stiftes wurde die Kirche aufgelassen und veräußert. Eine Aufzeichnung im OÖ Landesarchiv besagt, dass sie 1788 um 83 fl. (Gulden) 45 kr. (Kreuzer) verkauft wurde.
Heute ist dieser Platz ebenfalls von einem Privathaus überbaut. Lediglich ein Raum, die einstige Sakristei, mit einem spätgotischen Kreuzrippengewölbe ist im nördlichen Teil des Hauses erhalten geblieben. Darunter befindet sich ein Kellerraum mit einem mittelalterlichen Gewölbe.