Im Jahre 1975 erhielt der Freistädter Bildhauer Gottfried Pöchinger den Auftrag, im Park des damals neu erbauten Bezirks-Altenheim einen Springbrunnen zu schaffen.
Nach einem Entwurf des Künstlers sollte die Skulptur als Lebensalterbrunnen ausgeführt werden, bestehend aus einem wasserspeienden Mittelstück, vier lebensgroßen Figuren und vier Reliefsteinen.
Leider blieb die Brunnenanlage unvollendet. Gottfried Pöchinger verstarb am 06. Mai 1986.
Der begonnene Beckenstein mit einer Mädchenfigur und zwei Fragmente wurden im Park aufgestellt.
Damit war die Geschichte des unvollendeten Brunnen noch lange nicht zu Ende.
In den Jahren 2017- 2019 wurde das Seniorenheim neben dem bestehenem Gebäude neu gebaut und der alte Trakt abgerissen.
Nach der Übersiedlung vom alten Bau in das neue Heim war Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger in ihrer Funktion als Obfrau des Sozialhilfeverbands, zunächst bemüht für die im alten Trakt verbliebenen Einrichtungsgegenstände in anderen Sozialeinrichtungen des Bezirks Verwendung zu finden. Übriges Inventar wurde der Firma RS Auktionen in St. Peter/Au zur Versteigerung überantwortet, um so wenigstens noch etwas Geld für den Sozialhilfeverband zu lukrieren. In mehreren Auktionen kamen Zimmer- und Kücheneinrichtungen unter den Hammer.
Plötzlich war Mitte Juli Pöchingers "Lebenszeit"-Skulptur verschwunden.
Die Aufregung in Freistadt war groß, die Tageszeitung OÖ Nachrichten recherchierte und fand im Onlinekatalog eines Auktionshauses tatsächlich das besagte Kunstwerk – mit einem Ausrufungspreis von 350 Euro mit dem Vermerk "verkauft". Ein Bieter soll das Granitwerk um 600 Euro erstanden haben. Die mit diesen Vorgängen konfrontierte Bezirkshauptfrau fiel aus allen Wolken und erklärte, dass von den Kunstwerken im Altenheim in der Vereinbarung natürlich nicht die Rede gewesen sei. Außerweger setzte alle Hebel in Bewegung, diesen "Kunstfehler" wieder zu reparieren und konnte nach zahlreichen Telefonaten in dieser Angelegenheit Entwarnung geben:
"Es war aufgrund der vorhandenen Vereinbarungen klar, dass dieses Kunstwerk nicht versteigert hätte werden dürfen. Mir wurde zugesichert, dass die Pöchinger-Figur in den kommenden Tagen wieder an ihren Platz im Garten des Altenheimes kommt", so die Bezirkshauptfrau zu den OÖN.
Wie man es geschafft hat, die bereits versteigerte und abtransportierte Granitskulptur wieder zurückzubekommen, darüber hüllten sich die Beteiligten in Schweigen. Jedenfalls stehen die Mädchenfigur und die beiden Granitfragmente nun wieder im neuem Park des Bezirksseniorenheims.