Der außergewöhnliche Felsen mit den drei Kreuzen steht am Gipfel des Kalvarienbergs. Er ist nicht Teil des Kreuzwegs, auch wenn dieser dort endet.
Bei genauer Betrachtung kann festgestellt werden, dass am Felsen Vertiefungen und Ausnehmungen vorhanden sind, die mit der viel später erfolgten Kreúzsetzung nicht im Zusammenhang stehen. Es finden sich abgewitterte Rundungen, welche einst vielleicht schälchenartige Opferurnen dargestellt haben. So kann dieser Kreuzstein in die Reihe der vorgeschichtlichen Kultsteine eingereiht werden. Er zeigt, dass die Steinverehrung noch weit in die Zeit des Christentums hineinreicht.
Auf einem im Schlossmuseum zu findendem Bild aus dem Jahre 1920 ist ein Beter auf einem Betschemel zu sehen, dieser Granitschemel liegt nun ein paar Schritte vom Stein entfernt im Gebüsch. Vor dem Felsen ist ein niedriger, flacher Granitstein, welcher ebenfalls die Funktion des Betschemels erfüllen kann.
Auf der Rückseite eines Kreuzes ist in Stein gehauen:
T(homas) M(ichl) B(ürger)
V(undator) K(alvariae)
Thomas Michl war Inhaber der Weißbierleutgebschaft in Freistadt, Haus Nr. 82, heute Waaggasse 22.
Im Totenbuch der Pfarre Freistadt heißt es: "Begründer des Kalvarienberges und anderer frommer Andenken."
Der markante Fels ist oft mit bemalten Steinen, Blumen und Sprüchen geschmückt.