Marienbrunnen am Hauptplatz

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Zierbrunnen
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Hauptplatz (Freistadt)
Breiten-, Längengrad:
48.511480077639, 14.505225419998 (Navigation starten)
Inschrift
Inschriftentyp

Jahreszahl
1704 1765 BStF Linz 1954

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Auf der Umrandung des Brunnenkessels sind drei Jahreszahlen eingemeißelt. 1704 - Errichtungsjahr 1765 - Renovierungsjahr BStF Linz 1954 Renovierungsjahr . Die Signatur ist nicht eruiert.

Brunnenfunktion
Ort - Ortsbrunnen

Brunnenfunktion
Zustand - Aktiv (wasserführend)
Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Mariendarstellung - Maria Immaculata
An der Spitze der Brunnensäule, mit Sternenkranz

Material für Figuren

Stein


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Engel
3 wasserspeiende Putti unter der Madonna an der Säule

Material für Figuren

Stein


Profanes Bild
Material für Bilder

Stein
Groteske Gesichter mit Blätten und Füchten auf vier Seiten der Säule. Als Grüner Mann werden bestimmte skulpturale Zierelemente an sakralen und profanen Gebäuden, Schlusssteinen, Chorgestühlen etc. des Mittelalters und der frühen Neuzeit bezeichnet. Dargestellt wird zumeist ein männlicher Kopf, dessen Haupt- und Barthaare die Gestalt von Blättern haben, die häufig aus dessen Mund hervor wachsen. Die Abbildungen ähneln in gewisser Weise denen der Wilden Männer.

Stein
Stein-Art

Marmor

Stein-Technik

behauen
Auf 2 Stufen gelangt man zum 8-eckigen Brunnenbecken. Die vorstehenden Abdeckplatten des Beckenrandes sind abgerundet. Längs rechteckige erhabene Platten mit eingestemmten Ovalen zieren die Beckenwände.

Errichtung
1500 - 1624

Errichtungsgrund
Anlass mit zurückliegendem/historischem Bezug

Bereits aus dem Jahr 1500 besteht eine Zeichnung auf der der Brunnen eingezeichnet ist, 1624 fand er erstmals eine schriftliche Erwähnung.

Der achteckige Brunnen mit Mariensäule steht inmitten des Hauptplatzes und ist ein dominantes Merkmal der Stadt. Zudem ist der Brunnen auch ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.

Über zwei Stufen erreicht man die Brunnenumrandung, die aus hellem, leicht rosascheinendem Marmor gebaut ist. Die Mariensäule besteht ebenfalls aus Marmor und ist auf vier Seiten mit einer Groteske oder einem Grünmann  behauen. Die Statue zeigt Gesichter, die stark mit pflanzlichen Elementen wie Blättern und Früchten verwachsen sind, was ein charakteristisches Merkmal des Grünmanns (Green Man) aus der Barockzeit ist. 

Darauf finden sich die wasserspeienden Engel (Putten) und auf einem Sockel die Marienfigur in der Darstellung als Immaculata mit goldenem Strahlenkranz.  Der Blick der Gottesmutter ist in Richtung Pfarrkirche, dem Katharinen-Münster gerichtet.

Auf der Brunnenumrandung sind drei Jahreszahlen eingemeiselt: 1704, 1765, 1954.
Es existiert eine Zeichnung aus der Zeit um 1500 auf der der Brunnen kreisrund zu sehen ist. Eine Erwähnung des Stadtbrunnens geschieht am 20. Oktober 1624.

Um 1700 war der Brunnen, er diente vermutlich als Fischbehälter, schon sehr schadhaft. So beschlossen die Stadtväter von Freistadt bei dem Linzer Steinmetz und Bildhauer Johannes Baptist Spatz einen Brunnen mit Marienstatue aus Marmor zu bestellen. Der Vertrag vom 08. Oktober 1701 ist noch erhalten. Der Brunnen musste daraufhin mehrmals instande gesetzt werden. Eine größere Arbeit scheint 1765 notwendig gewesen zu sein, die der Steinmetzmeister Franz Prammer aus Freistadt verrichtete.

1816 war eine Erneuerung der Rohre notwendig, beim letzten Abtragen des Brunnens fand sich ein Verteilerkopf mit dieser Jahreszahl im Schaft.

Zwischen und während den Kriegen verfiel der Brunnen abermals. Im Zuge der Neugestaltung des Hauptplatzes konnte mit dem 15. Mai 1954 der Brunnen als Krone des Platzes neu gefasst werden.

Heute ist der Brunnen an die Wasserleitung angeschlossen und wird sorgfältig von der Gemeinde Freistadt gepflegt. Während der Wintermonate wird die Wasserzufuhr abgestellt, der Kessel des Brunnen wird mit einer Glasplatte abgedeckt. Zu Ostern schmücken die Frauen der Goldhaubengruppe Freistadt den Brunnen mit grünen Girlanden. Nachdem diese abgenommen werden, wird der Brunnen wieder mit Wasser versorgt.

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 11-13
alternative Quelle
Eigenrecherchen Christine Ateek, KI unterstützt, https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Mann
Datenbankerfassung
2025-08
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich