Gedenkstein Sozialistenmorde

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Mahnmal
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Jaunitzsiedlung
Breiten-, Längengrad:
48.492171159252, 14.501765817295 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
100 cm

b) Gesamtbreite:
80 cm

c) Gesamttiefe:
30 cm
AKfKDF_Bemassung_Allgemein_Vereinheitlicht
Inschrift
Inschriftentyp

Einfache Inschrift
Unweit dieser Stelle fielen am 24. April 1945 von faschistischer Mörderhand Gen. Alois Miesenböck Gen. Richard Gold Gen. Jakob Smal Gen. Johann Zeilinger Gen. Stefan Modelsky SPÖ Lokalorg. Freistadt OÖ

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Schwarz in Granit graviert:

Stein
Stein-Art

Granit/Granitverwandte Gesteine

Stein-Technik

naturbelassen
großteils naturbelassen, die Inschriftentafel an der Vorderseite geschliffen.

Errichtung
1949

Errichtungsgrund
Anlass mit zurückliegendem/historischem Bezug

Der Stein erinnert an die Ermordung von 5 Sozialisten

Der Stein im Gedenken an die „Sozialistenmorde“ wurde im Jahre 1949 im Betrieb des Steinmetzmeisters Anton Zeman hergestellt. Er befindet sich bei der Jaunitzbrücke an der die fünf Männer ermordet wuden.
Zeman war von 1926 bis 1938 und von 1945 bis 1949 Bürgermeister der Stadt Freistadt.

Der Gedenkstein ist aus Granit gemeißelt, die Namen der Opfer sind eingraviert.

Über den Namen findet sich ein roter Kreis mit drei Pfeilen.
I
n der Zeit des Kampfes gegen die Nationalsozialisten wurden die drei Pfeile verwendet, die eines der ersten Parteisymbole waren, die von einem externen Werbeberater entworfen worden waren. Ihr Sinngehalt war die Zerstörung des die Arbeitermassen anziehenden Hakenkreuzes. Die drei nach links unten weisenden Pfeile im Ring hielten sich bis lange nach dem zweiten Weltkrieg.

Der Gedenkstein wird von der SPÖ Lokalorganisation erhalten und gepflegt.

Historischer Hintergrund:

Um die Verwaltung von Freistadt für die Sowjetunion zu erschweren, wurden am 24. April 1945 die
sogenannten Sozialistenmorde verübt. Vier Freistädter und ein polnischer Landarbeiter wurden am 24. April vom Volkssturm unter Geheimhaltung festgenommen und noch in der Nacht zum 25. April an der Jaunitzbrücke im Süden der Stadt ermordet. Erst nach dem Kriegsende kam die Wahrheit heraus und die Täter konnten gefasst werden. 

Ermordet am 24. April 1945

Alois Miesenböck
Geboren am 23.11.1897 in Hayrl bei Reichenthal. Er wurde Leiter der Konsumfiliale Summerau und war Bezirksführer des Republikanischen Schutzbundes.

Richard Gold
Geboren am 9.12.1894 – er hat als Soldat den Ersten Weltkrieg überstanden. Als Kassier und Obmann gründete er Kinderfreunde in Freistadt.

Johann Zeilinger
Am 4.3. 1887 in Zeingrub am Kamp geboren. Er arbeitete als Ziegelschläger in der Ziegelei, die dem Tierarzt Dr. Kreindl gehörte. 

Jakob Smal
Am 2. 2. 1884 in Ukraine geboren war er Kriegsgefangener im 1. Weltkrieg im Lager Freistadt. Nach dem Krieg mir Rußland blieb, in Freistadt bildete er eine Lebensgemeinschaft und arbeitete als Bauarbeiter in Freistadt.

Stefan Modelsky
1920 in Polen geboren. 

Wer waren die Täter und was geschah mit  ihnen?
Kreisleiter Gittmayr waren für die Tat auch die Mitglieder der Kreisleitung Johann Hauff und Josef Czech voll verantwortlich.
Weiter waren an den Morden beteiligt: Rudolf Knoll, Gemeindebeamter aus Pregarten; Karl Zimbrich, er stammte aus Linz und war Kaffeehauspächter in Freistadt und Josef Obermayr, Chauffeur der Kreisleitung.

  • Martin GITTMAIR, Kreisleiter von Freistadt, geb. 1899 in Peterskirchen bei Ried im Innkreis floh und wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Er begann Suizd im Juni 1946 im Kaserholz bei Tumeltsham.
  • Josef CZECH, NSDAP-Ortsgruppenleiter später Kreisamtsleiter, 1908 in Wien geboren. Er hatte vorgesorgt und versteckte sich in der weiteren Umgebung von Freistadt. Im Sommer 1945 wurde er noch einmal gesehen.
  • Johann HAUFF, geboren am 8. Februar 1912 in Linz. Er war Volkssturmführer in Freistadt. Er floh mit seiner Geliebten über Aschach, Wels und Steyr weiter nach Klaus. Dort verschaffte er sich einen neuen Identitätsausweis und bestieg im Juli 1945 einen Zug.
  • Rudolf KNOLL, geboren 1914 in Tragwein, Führer der 1. Kompanie des 2. Bataillons des Volkssturms. Er wurde am 4. Juni 1945 verhaftet. Er erhängte sich in darauf folgender Nacht in seiner Zelle.
  • Karl ZIMBRICH, geboren 1898 in Linz, Bataillonskomandant beim Volkssturm. Er wurde 1946 vor Gericht gestellt und zu 10 Jahren schweren Kerker verurteilt.

 

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 89
alternative Quelle
https://rotespuren.at/blog/2021/09/01/die-sozialistenmorde-in-freistadt/, Werner Drizhal
Datenbankerfassung
2025-09
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich