Brunnenkar - Heiligen-Geist-Gasse

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Zierbrunnen
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Heiligen-Geist-Gasse 4 (Freistadt)
Breiten-, Längengrad:
48.51280324583, 14.504684060703 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
270 cm

b) Gesamtbreite:
150 cm

c) Gesamttiefe:
150 cm
AKfKDF_Bemassung_Allgemein_Vereinheitlicht
Symbol

Bannrosette
In einen Kreis gestellte, herausgemeißelte Rosette die als Zierde oder Symbol, die das Böse abwehren soll, gesehen wird. Sie befindet sich an der Rückwand des Brunnengehäuses.


Symbol

Kreuz: Bauernkreuz
Auch Scheibenkreuz An der Rückwand des Brunnengehäuses, in dessen Mitte das Ausgussrohr entspringt. Die vier Felder sind mit je einer erhaben gemeißelten Lilie verziert.


Inschrift
Inschriftentyp

Jahreszahl
1883

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Herausgemeißelt und getrennt geschrieben in der Mitte der Rückwand des Brunnengehäuses.


Inschrift
Inschriftentyp

Initialen
E.P

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Im Schlussstein die Initialen des Errichters Eduard Pemberger

Brunnenfunktion
Zustand - Aktiv (wasserführend)
öffentlicher Wasserzulauf

Brunnenfunktion
Ort - Ortsbrunnen
Aus der Zeit vor dem Bau von Wasserleitungen
Stein
Stein-Art

Granit/Granitverwandte Gesteine

Stein-Technik

behauen
Der Brunnen, wie ein Kapellenbildstock konzipiert, mit Sockel der nach einem Rundbogengesims tailliert zum vorspringendem Beckenrand führt. Der Brunnen als Rundbogennische mit Archivolte und wuchtigem Schlussstein gestaltet wird von einem steinernenTonnendach abgedeckt. Ein gefalztes Kupferblech, vorne mit einem Stirnblech versehen, schützt zusätzlich.

Errichtung
1883

Errichtungsgrund
Unbekannt

Der Brunnenkar (öffentlicher Wasserzulauf) stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Freistädter das Wasser aus Brunnen holten, weil es noch keine öffentliche Wasserleitung gab. Er soll von Eduard Pemberger, einem Kaufmann errichtet worden sein, bewiesen ist dies allerdings nicht.

Eduard Pemberger gehörte von 1864 bis zu seinem Tod 1889 der Gemeindevertretung von Freistadt an und war in zwei Perioden Bürgermeister der Stadt.
In seine Amtszeit fallen u.a. der Bau des dritten Stockwerks auf dem Rathaus, der Ausbau der Schwimmschule und der Baubeginn des Gymnasiums.
Einen besonderen Verdienst erwarb er sich bei der Erhaltung des Böhmertors. Das Böhmertor erlitt beim Stadtbrand 1880 große Schäden und der allgemeine Tenor war, dass das historisch bedeutsame Tor  abgerissen werden sollte, da es nach der Meinung einiger Entscheidungsträger, ein Verkehrshindernis darstellte. 
Pemberger konnte die Zerstörung des Böhmertors durch seinen persönlichen Einsatz verhindern.


Der Brunnenkar ist rundbögig und mit einem schwarzen Metalldach verschlossen, im Ursprung war es ein Schindeldach.

Auf der Hinterwand findet sich in einem, mit einer Rundstabumrahmung umgebenen Feld ein kreisförmiges Ornament mit einer stilisierten Blüte mit Blättern.
Das Jahr 1883 ist eingemeißelt.
Darunter ist ein rundes Ornament zu sehen, das in vier Segmente eingeteilt ist und jeweils ein florales Muster enthält. In der Mitte befindet sich 
das Ausgussrohr, darunter das rechteckige, schmale Becken mit einem Gitterrost.
Seitlich ist ein Rundbogenblindfenster mit gemeißelter Jalousie.

Der Brunnen stammt aus der Biedermeierzeit und ist von hoher Steinmetzqualität. Er wurde rundum sorgfältig renoviert.

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 29
Datenbankerfassung
2025-09
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich