Der Brunnenkar (öffentlicher Wasserzulauf) stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Freistädter das Wasser aus Brunnen holten, weil es noch keine öffentliche Wasserleitung gab. Er soll von Eduard Pemberger, einem Kaufmann errichtet worden sein, bewiesen ist dies allerdings nicht.
Eduard Pemberger gehörte von 1864 bis zu seinem Tod 1889 der Gemeindevertretung von Freistadt an und war in zwei Perioden Bürgermeister der Stadt.
In seine Amtszeit fallen u.a. der Bau des dritten Stockwerks auf dem Rathaus, der Ausbau der Schwimmschule und der Baubeginn des Gymnasiums.
Einen besonderen Verdienst erwarb er sich bei der Erhaltung des Böhmertors. Das Böhmertor erlitt beim Stadtbrand 1880 große Schäden und der allgemeine Tenor war, dass das historisch bedeutsame Tor abgerissen werden sollte, da es nach der Meinung einiger Entscheidungsträger, ein Verkehrshindernis darstellte.
Pemberger konnte die Zerstörung des Böhmertors durch seinen persönlichen Einsatz verhindern.
Der Brunnenkar ist rundbögig und mit einem schwarzen Metalldach verschlossen, im Ursprung war es ein Schindeldach.
Auf der Hinterwand findet sich in einem, mit einer Rundstabumrahmung umgebenen Feld ein kreisförmiges Ornament mit einer stilisierten Blüte mit Blättern.
Das Jahr 1883 ist eingemeißelt.
Darunter ist ein rundes Ornament zu sehen, das in vier Segmente eingeteilt ist und jeweils ein florales Muster enthält. In der Mitte befindet sich
das Ausgussrohr, darunter das rechteckige, schmale Becken mit einem Gitterrost.
Seitlich ist ein Rundbogenblindfenster mit gemeißelter Jalousie.
Der Brunnen stammt aus der Biedermeierzeit und ist von hoher Steinmetzqualität. Er wurde rundum sorgfältig renoviert.