2. Hammer Thurytal

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Schmiede
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Thurytal Hammerleithenweg (Freistadt)
Breiten-, Längengrad:
48.524503547741, 14.513778537621 (Navigation starten)
Inschrift
Inschriftentyp

Einfache Inschrift
SCHMIEDE LOCHSTAMPF IN DER ERSTLEITHEN 1443

Jahreszahl
1443

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Auf einer Tafel über der Eingangstür, rechts und links oben je ein Hufeisen. Die Jahreszahl 1443 weist darauf hin, dass es schon 1443 eine Art Hufschmiede gab, die abgebrannt ist.

Profane Figur
Material für Figuren

Holz
geschnitzt

Profane Ikonographie

Person
Graf Thury humorvoll geschnitzt.

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Mischmaterial

Mauerwerk-Technik

unverputzt
Vorderfront jedoch verputzt und weiß gestrichen, nur links unten ein Teil aus vermörtelten Grantsteinen gemauert. Die übrigen Mauern mit unregelmäßig großen Granitsteinen gebaut und vermörtelt. Das Eingangstor mit geradem Sturz und Steingewände ist mit einer klassischen Rautengittertür verschlossen. Darüber ein Ochsenauge.


Holz
Holz-Art

Eiche
wahrscheinlich aus Eichenholz,

Holz-Technik

gezimmert/getischlert
Oberschlächtiges Wasserrad zum Antrieb des Hammers.

Errichtung
1730 - 1735

Errichtungsgrund
Anlass mit zurückliegendem/historischem Bezug
Die Familie Thury kam um 1729 nach Freistadt und betrieb drei Hammerwerke, wodurch das Tal den heutigen Namen bekam.
Erste Hinweise auf eine Hufschmiede finden sich schon im Jahre 1443. Die damaligen Werkstätten sind komplett von Feuer vernichtet worden. Die späteren Hämmer entstanden am selben  Standort, eine reproduzierte Holztafel verweist auf eine Hufschmiede.
Im Schaukasten neben dem eisernen Eingangstor  findet sich eine komplette Chronologie, erstellt vom Schlossmuseum Feistadt.
In der Blütezeit der drei Thuryhämmer waren etwa 20 Schmiede mit der Erzeugung von Sensen beschäftigt. Die Hämmer wurden damals durch Wasserräder aus Holz betrieben. Mit dem Beginn der Industrialisierung kam der Niedergang der Thuryhämmer
um 1870.
Im Laufe der Jahrzehnte verfielen die Anlagen zu kümmerlichen Ruinen. Von Erde überschwemmt und von Gestrüpp überwachsen war kaum mehr etwas davon zu sehen. Der Verein „Revitalisierung Thurytal“ nahm sich Mitte der 1990er Jahre der Ruinen an und stellte den sogenannten „2. Hammer“ wieder soweit her, dass das Hammerschmieden, so wie es früher war, wieder gezeigt werden kann. Seit dem kann das Hammerwerk II wieder besichtigt werden.

Die Schmiede ist aus massivem Granit gebaut und verfügt nun wieder über ein mehr als  100 Jahre altes funktionierendes Wasserrad. Das schräge Dach ist mit rotbraunen Dachziegeln gedeckt und mit Moos und Flechten bewachsen. Darauf befindet sich eine hoher, schmaler  Schornstein, der ebenfalls mit Ziegeln gedeckt ist. Die Eingangstore sind aus Eisen und im Innenhof findet sich eine Holzfigur aus dem Jahre 1830, die Graf Thury gewidmet ist. Rund um das Gebäude finden sich Sitzgelegenheiten, eine Feuerstelle und sogar Toiletten.

Ein engagiertes, ehrenamtliches Team  veranstaltet Schauschmieden, Schmiedekurse und weitere Aktivitäten.
Der restaurierte Hammer ist aus dem Thurytal nicht mehr wegzudenken.

alternative Quelle
Gemeinde Freistadt Homepage, Verein Pro Freistadt
Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Thurytal
Datenbankerfassung
2025-09
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich