In der Zemannstraße steht zwischen Hausnr. 13 und Hausnr. 15 eine kunstvolle Wegkapelle, auch Kreindlkapelle genannt.
Sie wurde für die Erfüllung eines Gelöbnisses gebaut und war bis ca. 1986 im Besitz der Erben des Amtstierarztes Doro Kreindl.
Der ungewöhnliche Platz zwischen zwei Häusern ist einfach erklärt, die Häuser wurden erst nach der Kapelle gebaut. Damals war dies die Linzerstraße, nachdem die heutige Linzer Straße in den 50er Jahren gebaut war, wurde die "alte Linzer Straße" auf Zemannstraße umbenannt.
Die Kapelle ist typisch für die neugotische Zeit aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die reinweiß verputzte Fassade ist symetrisch aufgebaut, mit einer dreieckigen Giebelwand und schließt oben mit einem Steinkreuz (Kruzifix) ab. Die Wand zeigt spitzbogige Nischen, also ornamentale, flache Bögen ohne Fenster. Unterhalb der Nischen findet sich ein Reflief mit Blumengirlanden und zwei kleine runde Rosetten finden sich als Ziermotive seitlich an der Fassade.
Der Eingang besteht aus einer massiven dunklen Holztür mit durchbrochenen Fenstern, die an Kirchenfenster erinnern. Die Glasfenster sind mit Ornamenten verziert, darüber ist eine spitzförmige Glasfläche mit eingelassenem Kreuzmotiv.
Der Innenraum der Kapelle ist durch den Besitzerwechsel anders ausgestattet als Josef Brachtel beschrieben hat.
In der Mitte steht ein eindrucksvoller Altar mit der Szene "Maria nimmt Jesus vom Kreuz", daneben sind Metallleuchter und davor stehen zwei Holzstühle.
Links davon steht eine Lourdes-Madonna in weißem Kleid mit einem Rosenkranz aus Holz. Auch eine Weihnachtskrippe steht an der linken Seite ganzjährig im Innenraum. Rechts vom Altar steht die Figur des Josef mit dem Jesuskind am Arm, sowie einige Heiligenbilder als Hinterglasmalerei und ein Privatfoto in schwarz-weiß, vermutlich ein Hochzeitsfoto.
Die vorbildlich gepflegte Kapelle lädt jeden Vorbeigehenden ein kurz Rast zu halten, um die aufwändige Ausstattung zu betrachten.