Jaunitzbrücke mit Kapellenbildstock

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Kapellenbildstock
Zustand:
Gut
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Linzer Straße
Breiten-, Längengrad:
48.491333329061, 14.501293301582 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
230 cm

b) Gesamtbreite:
150 cm

c) Gesamttiefe:
70 cm

p) Nischenhöhe:
135 cm

q) Nischenbreite:
70 cm

r) Nischentiefe:
50 cm
AKfKDF_Bemassung_Kapellenbildstock_Vereinheitlicht.png
Inschrift
Inschriftentyp

Jahreszahl
1982

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
in das schmiedeeiserne Gitter vor der Nische graviert, Jahreszahl der letzten Renovierung.

Sakrale Figur
Material für Figuren

Holz
vermutlich aus Eichenholz geschnitzt mit altersgemäßer Patina.

Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Christophorus
Laut Legende hat er das Christuskind und damit die ganze Last der Welt getragen. Am Ufer erkennt Christo­phorus Christus als seinen Herrn, der ihm aufträgt, ans andere Ufer zurück­zu­kehren und seinen Stab in den Boden zu stecken. Zur Bestä­tigung seiner Taufe werde sein Stab grünen und blühen. Als Chris­to­phorus am Morgen erwacht, sieht er, dass aus seinem Stab tatsächlich ein Palm­baum mit Früchten gewachsen ist. Obwohl seine Existenz nicht sicher bewiesen werden kann, ist er als beliebter Heiliger unter anderem der Schutzpatron der Reisenden.

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Granitstein

Mauerwerk-Technik

verputzt
weiß gestrichen, eingebunden in die Brückenrandmauer

Errichtung
1750 - 1800

Votationsgrund
Bet-/Andachtstätte

Kaum jemand kann sich heute vorstellen, dass diese Steinbrücke bis 1937 die einzige Straßenverbindung von Freistadt nach Linz war.
Die Brücke wurde typisch für das Mühlviertel aus massiven Granitblöcken gebaut. Die Jaunitzbrücke steht unter Denkmalschutz und wird als Fußgängerbrücke und Radweg zum Krankenhaus benutzt.

Auf einem aus Bruchsteinen errichteten Sockel ist ein Kapellenbildstock aufgemauert, der aus dem 18. Jahrhundert stammen soll.
Wie auf dem alten Bild aus dem Schlossmuseum Freistadt zu sehen ist, ging die Nische urspünglich bis zum Boden und wurde später renoviert und dadurch verkleinert. Ein Kunstschlosser schuf ein schönes Gitter, in dem die Doppelspirale als Schmuckelement ornamental verwendet wurde.
Das Gitter ist himmelblau gestrichen und es wurde die Jahreszahl 1982 eingraviert, das Datum der letzten Renovierung.

Das Satteldach ist mit Biberschwanzziegeln gedeckt, originellerweise ist in der Bachumgebung  in den letzten Jahren tatsächlich ein kleine Biberpopulation heimisch geworden. 

Andachtsgegenstände die Mitte der 90er Jahre noch dokumentiert wurden, sind nicht mehr vorhanden. Einzig eine geschnitze Holzstatue des
hl. Christophorus als Träger des Jesuskind und vertrocknete Pflanzen finden sich in der abgerundeten Kapellennische.
Die ausdrucksvolle Figur zeigt Christophorus als armen Mann, barfuß mit einem Wanderstock. Er und auch des Jesuskind auf seinen Schultern tragen eine Art Turban als Kopfbedeckung. 

Zum Abschluss ein alte Legende, die wahr sein kann oder auch nicht:
In der sockellosen Figurennische stand die Holzplastik des hl. Johannes höhengleich mit dem Straßenniveau. Die Statue soll aus Neumarkt stammen, die Identität ist aber nicht restlos geklärt.

Die Neumarkter Gendarmariechronik berichtet im Jahre 1929:

"Am Platz von Neumarkt stand einst die Statue des Hl. Nepomuk. Als am 2. Mai 1846 die Kaiserin von Rußland mit der Großfürstin Olga auf ihrer Rückreise von Italien hier durchfuhren, soll der Wagen an das Standbild des Hl. Johannes angestoßen sein und 
dasselbe umgeworfen haben.
Die Kaiserin habe 40 fl* zur Wiederherstelllung gespendet, die Bürger aber haben das Geld vertrunken und die Johannesstatue zur Aufstellung auf die Jaunitzbrücke der Reichsbrücke hergeschenkt."

*fl = Florin oder Gulden war die historische Währung Österreichs bis zur Einführung der Krone 1892.

 

 

 

 

 

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 91-92
alternative Quelle
https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Der-heilige-Christophorus-der-Christustraeger, Erzbistum Köln
Datenbankerfassung
2026-02
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich