Am Friedhof bei der kleinen Kirche in St.Peter/Freistadt erinnert ein einfacher Granitstein an unvorstellbare menschliche Tragödien im bitterkalten Jänner 1945 gegen Ende des 2. Weltkriegs.
Auf dem weitgehend naturbelassenen Stein ist ein Satz eingraviert:
Den 27 KZ-Opfern 1945
Darüber ist ein einfaches Kreuz eingraviert.
Die Gravur ist witterungsbedingt etwas verblasst, der Stein selbst leicht grünlich durch Moos oder Flechten.
Es handelt sich um ein aufgelassenes Massengrab, für Menschen, die bei Bahntransporten vom KZ Ausschwitz zum KZ Mauthausen in offenen Wagons transportiert wurden, umgekommen sind. Sie wurden von Auschwitz evakuiert um nicht von den Sowjetischen Truppen entdeckt und befreit zu werden. Sie waren beim Transport ausgehungert, krank und geschwächt. Die Wagone waren offen, die Toten wurden einfach hinaus neben die Schienen geworfen, teilweise in hohem Bogen aus den dachlosen Wagonen. Die Bahndämme von Freistadt bis Pregarten waren übersät mit Toten. Die Leichen wurden nicht identifiziert, sie wurden im Jahre 1967 exhumiert und nach Mauthausen auf den Quarantänefriedhof gebracht. Es handelte sich um überwiegend jüdische Menschen aus verschiedenen Nationen, die notdürftig im gefrorenen Boden begraben wurden. Wie man auf dem Foto aus den 1930er Jahren sieht, war die Gegend unwirtlich und dünn besiedelt. Es entstanden mehrere Massengräber, St.Peter, Rainbach i.M. und in Pregarten, auch diese KZ-Opfer wurden später exhumiert.
Es gab aufgrund der harten Situation unterschiedliche Aussagen zur Anzahl der Opfer und Transporte.