Grasser-Bildsäule Trölsberg

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Etagenpfeiler
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Ort (Bezirk):
4240 Freistadt (Freistadt)
Adresse (Ortschaft):
Landwirtschaftsweg (Trölsberg)
Breiten-, Längengrad:
48.481200057657, 14.472974538803 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
300 cm
AKfKDF_Bemassung_Bildstock_Vereinheitlicht
Inschrift
Inschriftentyp

Christusmonogramm (IHS)
mit Kreuz am Aufsatz


Inschrift
Inschriftentyp

Initialen
J.A.

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
am Sockel gemeißelt, Initialen des Stifters


Inschrift
Inschriftentyp

Jahreszahl
1848

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
Errichtungsjahr oder Gedenken an Bauernbefreiung von der Leibeigenschaft in den Sockel gemeißelt


Symbol

Auge Gottes
im halbrunden Stein der Bekrönung.


Inschrift
Inschriftentyp

Marienmonogramm
Seitlichen herausgemeißelt

Sakrales Bild
Material für Bilder

Metall
Öl auf Blech mit weißem Untertitel HL. Isidor

Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Isidor von Madrid
Isidor der Bauer geboren um 1070, war ein Bauer bei Madrid. Mit seiner Gattin erfüllte er pflichtgetreu die tägliche Arbeit. Im Gebet fand er Trost und Hilfe in Zeiten der Not. Für Hilfsbedürftige hatte er alle Zeit eine offene Hand. Isidor starb am 15. Mai 1130. Sein Grab befindet sich in der St.-Andreas-Kirche zu Madrid. Auf dem Bild dargestellt in Bauernkleidern, auf den Knien betend, während ein Engel mit Stieren das Feld bearbeitet. Sein Haupt ist von einem Heiligenschein umgeben.


Sakrales Bild
Material für Bilder

Metall
Öl auf Blech mit weißen Untertitel Hl. Katharina

Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Katharina von Alexandrien
Katharina von Alexandrien soll zur Zeit des Kaisers Maxentius (305-312) in Alexandrien das Martyrium erlitten haben. Ihr Leben und Sterben ist geschichtlich nicht zu fassen. Die Legende berichtet, dass Katharina in einer Disputation fünfzig heidnische Gelehrte besiegt habe. Da das Rad zerbrach, auf dem sie gerädert werden sollte, wurde sie mit dem Schwert enthauptet. Ihr Leichnam wurde von Engeln auf den Berg Sinai getragen, wo Kaiser Justinian I. später (557?) das berühmte Katharinen-Kloster erbaute. Seit dem 8. Jh. ist die Verehrung Katharinas auch im Westen nachweisbar. Katharina soll vor ihrem Tod bei Gott Fürbitte eingelegt haben für alle, die ihren Namen anrufen würden. Da Gott dieses Gebet erhörte, liegt hierin wohl ein Grund für die schnelle Ausbreitung des Kultes in Europa und ihre Aufnahme in den Kreis der Vierzehn Nothelfer. Auf dem Ölbild ist Katharina in königlicher Kleidung mit Krone und Heiligenschein. Mit den Attributen zerbrochenes Rad und Schwert. Die hl. Katharina ist Schutzpatronin von Freistadt, im Hintergrund ist die Stadt gemalt.


Sakrales Bild
Material für Bilder

Metall
Öl auf Blech mit weißem Untertitel: Hl. Johannes

Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Johannes der Täufer
Johannes der Täufer gilt in der christlichen Kirche als Wegbereiter für Jesus Christus. Er soll den Messias angekündigt haben und Jesus im Jordan getauft haben. Er lebte ein karges Leben in der Wüste und wurde unter Herodes enthauptet. Am Bild ist er dargestellt in Fellbekleidung, mit Kreuzstab und Taufschale. Er steht am Wasser, hält die Taufschale empor       und trägt einen Heiligenschein am Haupt.


Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit Kleeblattenden)

Kreuzdarstellung

Kruzifix
Das Kreuz hat Kleeblattenden, hinter den Schnittpunkten der Balken treten vier diagonale spitze Strahlen hervor. Diese bilden ein Strahlenkreuz, Christus wird stilisiert mit ausgebreiteten Armen dargestellt.

Künstler

Feichtinger, Fritz, Prof. (16.5.1927 - 31.10.2002)
Die Bilder wurden von Prof. Feichtiger gemalt.

Stein
Stein-Art

Granit/Granitverwandte Gesteine
leicht rötlicher Granit

Stein-Technik

behauen
Auf den niedrigen Grundsockel folgt ein breites Trägerelement für den Etagenteil mit drei eingesprungen Korbbogenbildnischen. Den Anschluss bildet ein dreipassgeformtes kleines Dach mit Bekrönungskreuz.

Errichtung
1848

Votationsgrund
Bet-/Andachtstätte

Schon von weitem ist dieser kunstvolle Pfeiler in der Wiese nahe eines Hofs zu sehen. Das Kunstwerk ist mehr als drei Meter hoch und verfügt über drei Bildnischen. Die seitlichen Flächen von Sockel und Schaft sind reich mit christlichen Symbolen verziert, die typisch sind für ländliche Denkmäler Anfang des 19. Jahrhunderts. Am Sockel stehen die Initialen J.A. für den Stifter und die Jahreszahl 1848. Diese Zahl muss nicht zwingend das Errichtungsdatum sein, es kann auch für das Jahr der Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft stehen.

Auf dem zweiten Aufsatz sind die Buchstaben IHS und ein Kreuz eingraviert. Darüber wächst der Schaft mit drei rundbogigen Nischen.
Diese sind mit Ölbildern auf Blech gemalt gefüllt. Geschaffen wurden sie von Prof. Fritz Feichtinger, akademischer Maler aus St.Florian/Linz.

Bild unten: Hl. Isidor dargestellt in Bauernkleidern, auf den Knien betend, während ein Engel mit Stieren das Feld bearbeitet. Sein Haupt ist von
                einem Heiligenschein umgeben. Isidor gilt als Patron der Bauern, Feldmesser; gegen Dürre; für Regen.
Bild Mitte: Hl. Katharina von Alexandrien in königlicher Kleidung mit Krone und Heiligenschein. Mit den Attributen zerbrochenes Rad
               und Schwert. Sie gilt als Schutzpatronin von Freistadt, daher sind hinter ihr Türme und Häuser der Stadt gemalt.
Bild oben: Hl. Johannes der Täufer dargestellt in Fellbekleidung, mit Kreuzstab und Taufschale. Er steht am Wasser, hält die Taufschale empor                   und trägt einen Heiligenschein am Haupt.

Die Bekrönung besteht aus einem runden Aufsatz, der eine bedeutsame Reliefdarstellung zeigt:
Innerhalb eines Kreises ist ein Dreieck mit dem angedeuteten Auge Gottes zu sehen. Das Dreieck steht für die Dreifaltigkeit, das Auge für die 
Wachsamkeit Gottes über die Schöpfung.
Auf dem Stein ist ein ein kunstvoll geschmiedetes Kruzifix aufgesetzt. Das Kreuz hat Kleeblattenden, hinter den Schnittpunkten der Balken treten vier diagonale spitze Strahlen hervor. Diese bilden ein Strahlenkreuz, Christus wird stilisiert mit ausgebreiteten Armen dargestellt.

Dieser Etagenpfeiler ist ausgesprochen gut gepflegt und vorbildlich renoviert.

Historischer Hintergrund Bauernbefreiung im Jahre 1848:
Das Feudalsystem wurde abgeschafft, als im Reichstag von 1848 der aus Schlesien stammende Abgeordnete Hans Kudlich den Antrag auf Aufhebung der "Untertänigkeit mit allen daraus entsprungenen Rechten und Pflichten" stellte. Mit einem am 7. 9. 1848 von Kaiser Ferdinand unterzeichneten Patent wurden die Untertänigkeit und das "schutzobrigkeitliche Verhältnis" aufgehoben und die Entlastung von Grund und Boden durch eine Entschädigung der Vorbesitzer angeordnet.

Zu Beginn war die Befreiung für die Bauern nicht nur positiv, denn an die Stelle der grundherrlichen Abgaben traten Steuern des Staates, der Länder und Gemeinden. Die erste Generation kannte auch die marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht, nach 1848 entstanden viele kleine,
kaum überlebensfähige Betriebe, so dass die Verschuldung wuchs. 
Darauf folgende Generationen konnten den Niedergang des Bauernstands abwenden und Marktorganisationen schaffen.

 

 

Literaturquelle
1997
Die Kleindenkmäler von Freistadt,
Josef Brachtl, Seite 112-113
alternative Quelle
https://austria-forum.org/af/AEIOU/Bauernbefreiung
www.heilige.de, Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V.
Datenbankerfassung
2026-04
Ateek Christine
Letzte Überarbeitung
2026-05
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich