Nach Informationen von Frau Altgräfin Nathalie Salm wurde die Marienstatue, eine Darstellung als Maria Immaculata, 1883 gekauft. Es war einfach zeitgemäß, eine Statue in Anlehnung an die Erscheinungen und Wunder von Lourdes in passender Umgebung und in einer ähnlich gestalteten Grotte aufzustellen. Der „schönen Dame im weißen Gewand mit der blauer Schärpe und dem Rosenkranz“, wie sie das Mädchen Bernadette Soubirous aus Lourdes während ihrer 18 Erscheinungen im Jahre 1858 gesehen haben will, gleicht diese Madonna allerdings nicht. Diese Madonna entspricht der Immaculata, auf der Weltkugel stehend. Diese Statue wird immer mit der Schlange dargestellt, deren Kopf sie zertritt - die Schlange als Symbol der Erbsünde und die Unbefleckte, die das Erdenrund zu Füßen als den Sieg über die Sünde versinnbildlichen will. Diese Immaculata - Madonnen waren in dieser Zeit ebenso verbreitet, da einige Jahre zuvor Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens (Conceptio immaculata) verkündet hatte. Woher diese Immaculata -Statue der Weißenwollf stammt und wo ihr Standort bis 1926 war, ist nicht mehr überliefert. Aus Aufzeichnungen im Schlossarchiv von 1926 (Beschreibung über die Pflege und des mit einer Unzahl an Bäumen verschiedenster Art bepflanzten Schlossparks und über das Anlegen des Plateaus, das „Mariettawiese“ genannt wird) geht hervor, dass Marietta Gräfin Weissenwolff später - also nach 1926 - eine solche Lourdesgrotte bauen ließ. Ein altes Foto ohne Datum zeugt davon. Die Abbildung lässt erkennen, dass diese Grotte an eine Schlossmauer angebaut war. Damit wäre der Zeitpunkt eingegrenzt, ab wann frühestens die Grotte am neuen Standort, im Parterre des Parks zum neuen Schloss - in der sogenannten „Schlucht“ oder im „Jägergraben“ errichtet wurde. Gräfin Marietta Weissenwolff, eine Verehrerin der Mutter Gottes, gab so der Marienstatue in der neuen Grotte ihren besonderen Platz. Davor ließ sie ein Bankerl aufstellen, um an der Lourdesgrotte ihre Andacht zu verrichten, während ihrer Spaziergänge zu rasten und ihrer verstorbenen Söhne gedenken zu können. Am 17. Mai 1915 fiel der ältere Sohn Graf Paul Ungnad v. Weissenwollf, 30-jährig, während eines Fronteinsatzes im Norden Ungarns einem Unfall zum Opfer und am 29. Sept. 1917 verstarb der jüngere Sohn, Nikolaus Ungnad Graf Weißenwolff, 22-jährig, nach einer Blinddarmoperation in einem Krankenhaus in Prag. So waren mit dem Tod dieser beiden Söhnen die Weißenwolff´s im Mannesstamme ausgestorben. Es ist auch schriftlich festgehalten, dass Marietta 1917 folgende Anweisungen aus ihrem Urlaubsort Kopidlno, dem Weißenwolff´schen Schloss in Nordböhmen, den sie nach der Beerdigung ihres Sohnes Nikolaus in Steyregg aufgesucht hat, an den Oberförster Emanuel Rotta gegeben haben soll: „Bitte sagen Sie dem Gärtner (Wenzel Ceika aus Teplitz, Nachfolger des pensionierten Zwara), er möge für den 3. (Dezember) alle Wege kehren lassen und auch den in der Schlucht (Jägergraben) und ober der Madonna im Buchenwald. Die Madonna möge er mit Stroh gut vermachen lassen, die Gartenweiber wissen schon wie, da nun schon Frost ist.“ (Corresp. Verwaltung 1917/18) Die Grotte ist aus Granitsteinen geformt, die Fugen sind gemörtelt. Die Öffnung hat ein Ausmaß von 80/170 cm. Die Marienfigur ist 125 cm hoch. Die Geländesenke ist mit Laubhölzern bepflanzt, so ist die Grotte in eine idyllische Umgebung eingebettet.