KAPELLE FELLING
1725 – 2025
Die Bewilligung zur Errichtung erfolgte am 5. Oktober 1724 (Passauer Akten).
Sie ist gestiftet vom damaligen Pfarrvikar Johann Sebastian Albrecht, der die Grundsteinlegung der Kapelle 1725 veranlasste. Laut Inschrift an der Nordwand ist sie erbaut zu Ehren der Muttergottes von Altötting und trägt den Titel „Kapelle zur Seligsten Jungfrau von Altötting“.
Es ist anzunehmen, dass schon vor Aufstellung des Altas eine barocke Marienstatue vorhanden war. Eine Rechnung weist darauf hin, dass der Stifter der Kapelle „Frauenkleider“ widmete sowie ein Ciborium, einen Kelch, eine Ampel und Paramente. Um sie vor Staub zu schützen, wurde die Nische verglast.
Die jetzige Marienstatue im Schrein ist eine Imitation des Gnadenbildes von Altötting. Sie ist signiert mit dem Jahr 1875.
Die Grundsteinlegung des damaligen Pfarrhofs in Ziegelbauweise geschah am 17. April 1747 durch den Pfarrer von Pichl. Die Pfarre war gut dotiert. Der Pfarrvikar Johann Sebastian Albrecht erhielt für den Neubau ein Darlehen aus dem Kirchenvermögen. Im Jahr 1935 wurde der Pfarrhof an Private verkauft, die Kapelle ist weiter im Besitz der Pfarrgemeinde Pennewang.
1720 Geschätzte Entstehungszeit des Baldachins in hochbarocken Formen an der Seitenwand
(Jesuskind erst 1875). Er ist vermutlich bei der Aufstellung des Altars in angeglichener
Form in die Kapelle gekommen. Er war ursprünglich in dunklem Grün gehalten und
wurde bei verschiedenen Altarrestaurierungen diesem jeweils angeglichen.
1740 Geschätzte Entstehungszeit des Altars mit einem Drehtabernakel in spätbarocker
Fassung. Die jetzige Fassung entspricht der Originalfassung.
Die gleiche Entstehungszeit gilt für die Statuen:
Hl. Sebastian
Hl. Johannes Nepomuk (1729 heiliggesprochen - Namenspatrone des Pfarrvikars auf
hochbarocken Konsolen)
Zwei Leuchterengel
Zwei Anbetungsengel auf Volutenkonsolen
Zwei Reliquiare (Nagel vom Kreuz Christi, Hand der Hl. Anna)
Zwei Wandleuchter aus Schmiedeeisen
Die Engel und die Heiligenfiguren stammen von verschiedenen Künstlern. Joh. Nepomuk und Sebastian haben eine barocke Erstfassung. Die Engel zeigen Elemente des Rokoko. Sie sind aber in der Letztfassung von einer Hand entstanden. Diese dürfte bei der Innenrenovierung 1897 schon vorhanden gewesen sein (vielleicht sogar schon 1848 bei der Altarrenovierung), da vom damaligen Restaurator Michalek nur Ausbesserungen durchgeführt wurden. Es ist davon auszugehen, dass jeweils beim Vorhandensein finanzieller Mittel Neufassungen z.B. Vergoldungen bei einzelnen Figuren durchgeführt wurden. Stiftungen sind aus dem Jahr 1754, 1779 und 1781 bekannt. Die Neufassung der Reliquiare ist mit 1764 urkundlich belegt. Die Vergoldungen an den Engeln könnte damit zusammenhängen.
Die zwei jubilierenden Putti im Kranz, die zwei kleinen Puttiköpfe unterhalb und oberhalb des Marienschreins stammen aus einer Hand. Sie haben nur eine Fassung, die mit den anderen Engeln ident ist und sind wohl später dazugekommen.
1764 Anschaffung einer kleinen, neuen Glocke bei De Martin in Wels
Neufassung der Reliquienpyramiden
1786 Renovierung des Altars (hellblaue und rosa Farbelemente), wohl auch des Baldachins
Anschaffung von Leuchtern und Kanontafeln (nicht mehr erhalten).
1801 Einziehen von drei eisernen Schließen
Das Gestühl in barocker Form stammt vermutlich aus dem beginnenden
19. Jh. Die derzeitige Holzmaseriemalerei an den Wangen ist um 1900 entstanden. Die
Innenseite, die Rückwände, die Sitz- und Kniebänke, sowie die Bodenbretter blieben
unbehandelt.
1834 Zerstörung des Dachstuhls samt Dachreiter und des Sakristeigewölbes durch Brand. Die
Glocke ist verschmolzen.
1835 Wiederherstellung des Dachstuhls, Schindeldachs und Giebelreiters,
Ausbesserung des Gewölbes in der Kapelle,
Anschaffung einer neuen Glocke, gegossen von Johann Hollederer in Linz aus der alten
Glocke, neue Pflasterung in der Sakristei, Fassaden geweißigt.
1848 Altarrenovierung (graue Totalübermalung)
1851 Marmorpflaster in der Kapelle, Ziegelpflaster in der Sakristei
neue Stiege
Ausbesserung des Dachs, des Putzes und des Gewölbes (Johann Gruber aus
Offenhausen)
1871 Einziehung weiterer Schließen in der Sakristei
1873 Anschaffung der jetzigen vier metallenen Leuchter
1875 Entstehungszeit der Statue „Seligste Jungfrau von Altötting“ (im Sockel datiert)
und des „Prager Jesuskindes“ im Baldachin“
1886 Längsschließe an der Westseite, dritte Querschließe hinter dem Hochaltar
1896 Innenrenovierung: Malerarbeiten von Heinrich Colli (Raumschale)
1897 Vergolderarbeiten durch Michalek
Der Altar und der Baldachin erhalten eine weiße Fassung
(Öllackanstrich) und werden mit Blattgold und Goldfarbe
akzentuiert. Die Figuren wurden nur ausgebessert.
Aus dieser Zeit dürften die Gewölbemalereien stammen. Colli und Michalek hatten vorher einen Auftrag in der Pfarrkirche. Die historisierende Dekorationsmalerei wurde 1998 restauriert. Einige ältere Wandmalereien konnten aufgrund der großen Feuchtigkeitsschäden der Wände nicht wieder hergestellt werden.
Beim Dachbodeneinstieg ist Theodor Schönhofer mit der Restaurierung 1896 vermerkt.
1906 Terazzoboden (Mosaikpflaster aus Zement) mit der Inschrift „Ave Maria“
1922 Pfarrhof und Kapelle bekommen ein Asbestdach
1935 Der Pfarrhof wird an Ferdinand und Anna Zellinger aus Felling verkauft. Die Kapelle bleibt im Besitz der Pfarre.
1942 Am 6. Jänner 1942 wird die Glocke abgeliefert. Seither ist keine mehr vorhanden.
1967 neue Eingangstür mit Fenstergitter und zwei neue Fenster mit Stock (Franz Steinbichler/Johann Schlüsselbauer), Dachrinnen und Ablaufrohre, Malerausbesserungsarbeiten innen und außen (Erwin Preisinger)
1993 Ansuchen um Unterstützung zur Renovierung der ehemaligen Pfarrhofkapelle an die Diözese.
1995 Kapelle und Pfarrhof werden unter Denkmalschutz gestellt.
1997 Beginn der Generalsanierung
Ausräumen der Kapelle und Zwischenlagerung bei Fam. Waldenberger
Entfernen des Terazzobodens und horizontale Feuchtigkeitsisolierung des Mauerwerks
Zumauern der Tür zum ehem. Pfarrhof
Elektroinstallation
1998 Putzsanierung (Franz Mitterhauser aus Riedau)
Erneuern des Glockengiebelreiters (Wandverkleidung mit Schindeln, Turmkreuz und Kuppel in Kupfer – Firma Strasser aus Eberstalzell)
Dachausbesserungen und Montage neuer Dachrinnen, Sickerschacht westlich der Eingangstür
Fenster- und Türsanierung (vier neue Aussenflügel – Edith Hummer aus Hirschbach)
Einschotterung und Estrichbetonierung
Malerarbeiten (Walter Luckeneder aus Scharnstein)
Steinbodenverlegung
Aufstellen der restaurierten Altäre und Figuren (Wolfgang Hebenstreit und Claudia Wirlitsch aus Wolfsegg). Altar in schwarzer Originalfassung.
Neues Wandpodest für den Baldachin anstatt des Kredenztischchens im Biedermeierstil Aufstellen der restaurierten Bänke mit einem um 6 cm erweiterten Abstand
Reinigungsarbeiten an den Metallleuchtern und einem Glöckchen (Georg Seyer aus Mauthausen)
1999 Anfertigung eines Beleuchtungskörpers (Erwin Murauer)
Pflasterung des Eingangsbereichs und Asphaltierung der Zufahrt (Gemeinde Pennewang)
2. Mai 1999 Festmesse mit Abt DI Gotthard Schafelner
2010 Begasung der Figuren Hl. Sebastian, zwei Leuchterengel, zwei Engel mit Konsolen, zwei Engelköpfe mit Wolke, zwei Reliquiare, Marienemblem, Kerzenständer aus Holz
in der Friedhofskirche Lambach
2024 Elektroanschluss an den ehem. Pfarrhof
25. Mai 2025 Festmesse „300 Jahre Kapelle Felling“ mit Pfarrprovisor Mag. Franz Wild
zugleich Abschluss der Neugestaltung des Kreuzwegs, der in diesem Jahr Reliefs
und Statuen aus Bronzeguss erhielt
Mag. Friedrich Klinglmair
Die Höhe des renovierten Altares beträgt 345 cm und die Breite 210 cm.
Die beiden Engel rechts und links am Altar haben je eine Höhe von 45 cm.
In der oberen Altarnische steht eine Nachbildung der Altöttinger Madonna, 57 cm hoch. Das schwarze Gesicht der Altöttinger Madonna kommt im Prinzip von der Oxidierung des jahrhundertelangen Kerzenrauches, dem die Madonna ausgesetzt war (Erklärung Wallfahrtsbüro Altötting).
Die beiden geschnitzten Holzfiguren, hier als Kerzenhalter, messen in der Höhe 53 cm.
Auf dem Altar stehen zwei Reliquienschreine, 57 cm hoch, und 4 Kerzenleuchter mit einer Gesamthöhe von 104 cm.
Links vom Altar an der Wand die Figur „Hl. Johannes“, 110 cm hoch, rechts die Darstellung „Hl. Sebastian“, 100 cm hoch.
Baldachin geschaffen um 1720, das Prager Jesuskind sowie die Statue „Selige Jungfrau von Altötting“ 1875