Kapelle Felling

Stammdaten

Permalink:
Kategorie:
Einfache Kapelle
Zustand:
Sehr gut / Renoviert
Denkmalstatus:
steht unter Denkmalschutz
Erfassungsqualität:
Ort (Bezirk):
4624 Pennewang (Wels-Land)
Adresse (Ortschaft):
Felling 1
Breiten-, Längengrad:
48.139054229615, 13.836711645126 (Navigation starten)
a) Gesamthöhe (ohne Bekrönung):
1100 cm

b) Gesamtbreite:
490 cm

c) Gesamttiefe:
880 cm
AKfKDF Bemassung Kapelle Vereinheitlicht
Inschrift
Inschriftentyp

Marienmonogramm
An der Vorderseite des Stipes in einer Kartusche in Gold gehalten.


Inschrift
Inschriftentyp

Christusmonogramm (IHS)
In der Deckenmalerei


Inschrift
Inschriftentyp

Marienmonogramm
In der Deckenmalerei


Gedenktafel
Material für Tafeln

Stein

Inschriftentyp

Einfache Inschrift
Diese Capellen hat zu Ehrn der Muetter Gottes von Altötting gebauet und Fundieret Herrn Johann Sebastian Albrecht Pfahrherr alda An 1725

Kommentar zu dieser/diesen Inschriften
In schwarzer Frakturschrift Die Tafel ist neben dem Altar angebracht.


Symbol

Kreuz: Lilienkreuz
In einem Strahlenkranz Im Zentrum ein Herz mit 3 Flammen und einer Dornenkrone. In der Deckenmalerei.


Inschrift
Inschriftentyp

Marienmonogramm
Am Altaraufsatz in der Mitte, umkränzt und mit einem Stern hinterlegt.

Kapellenfunktion
Taufkapelle
Architektonische Besonderheit

Glockentürmchen / Dachreiter
Zwiebelhaube aus Blech, das Türmchen ist mit Holzschindel verkleidet und mit 4 Schallfenster ausgestattet.


Fenster
Fensterform

Okulus oder Ochsenauge
Über der Eingangstür

Fensterfunktion

Belichtung
Verglast, einfaches Fenstergitterkreuz


Fenster
Fensterform

Halbkreisbogen (Rundbogen)
Segmentbogen

Fensterfunktion

Belichtung
Je 1 Fenster an den Seitenwänden, Holzsprossenfenster.


Tür
Türsturz

Gerader Sturz
Die Tür ist mit einem Metallpultdach geschützt.

Türblatt

Holztür - Sonnentür
Im oberen Drittel ein Fenster in Form eines auf den Spitz gestellten Quadrates, verglast und mit einem Schmiedeeisengitter verschlossen. Die Tür schützt ein Pultdach aus Blech.


Kapellenausstattung

Altar
Bauchiger, schwarz gestrichener Stipes mit Goldrandverzierung. Gestufter, barocker, schwarz gestrichener Altar. Unterer, hoher Aufbau mit Volutenabschluss. Davor der Tabernakel mit einer Kreuznische, flankiert von 2 großen knienden Engeln. Darüber erhebt sich die von je zwei Säulen flankierte verglaste Mariennische. Der abschließende Aufsatz besteht aus Doppelspiralen und Akanthusblätter, am äußeren Ende je ein Engel in der Mitte ein umkränztes Marienmonogramm unterlegt mit einem goldenen Stern.


Kapellenausstattung

Sitzbank
8 Sitzreihen beidseitig


Kapellenausstattung

Messglocke


Kapellenausstattung

Reliquiar
zwei Reliquiare in Glaskästchen in Dreiecksform am Altar


Kapellenausstattung

Wandkerzenhalter
2 Schmiedeeisenwandkerzenhalter, je einer an jeder Seitenwand.


Kapellenausstattung

Standkerzenhalter
Links ein hoher bemalter, geschnitzter Standkerzenhalter am Boden. 2 Engelfiguren geschnitzt, bemalt als Kerzenhalter am Altar


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Sebastian
Auf einer Konsole an der Seitenwand

Material für Figuren

Holz
gefasst


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Heiligendarstellung - Hl. Johannes Nepomuk
Auf einer Konsole an der Seitenwand

Material für Figuren

Holz
gefasst


Sakrale Figur
Sakrale Ikonographie

Christusdarstellung - Prager Jesulein
In einem Baldachin

Engel
2 Engelköpfe mit Flügel als Bekrönung des Baldachins

Material für Figuren

Ton/Keramik
bemalt


Sakrale Figur
Material für Figuren

Holz
gefasst

Sakrale Ikonographie

Mariendarstellung - Altöttinger Madonna
In einer verglasten Konche im Altar


Kapellenausstattung

Tabernakel
Am Altar in der Mitte mit einer Kreuznische.


Kreuz
Kreuzform

Patriarchen Kreuz (mit Kleeblattenden)
Metallkreuz mit Knauf

Kreuzdarstellung

Kreuz ohne Figur
Als Bekrönung am Dachreiter


Kreuz
Kreuzform

Lateinisches Kreuz (mit geraden Enden)

Kreuzdarstellung

Kruzifix
Vergoldetes Kruzifix in der Tabernakelnische.

Mauerwerk
Mauerwerk-Art

Lehmziegel - gebrannt (Ton)

Mauerwerk-Technik

verputzt
Weiß gestrichen. Das Walmdach ist mit grauen Eternit gedeckt, der Dachreiter mit Holzschindeln verkleidet.

Errichtung
1725

Votationsgrund
Fromme Meinung

Die Kapelle wurde zur Ehre der Muttergottes von Altötting erbaut.

KAPELLE FELLING
1725 – 2025

 

Die Bewilligung zur Errichtung erfolgte am 5. Oktober 1724 (Passauer Akten).
Sie ist gestiftet vom damaligen Pfarrvikar Johann Sebastian Albrecht, der die Grundsteinlegung der Kapelle 1725 veranlasste. Laut Inschrift an der Nordwand ist sie erbaut zu Ehren der Muttergottes von Altötting und trägt den Titel „Kapelle zur Seligsten Jungfrau von Altötting“.
Es ist anzunehmen, dass schon vor Aufstellung des Altas eine barocke Marienstatue vorhanden war. Eine Rechnung weist darauf hin, dass der Stifter der Kapelle „Frauenkleider“ widmete sowie ein Ciborium, einen Kelch, eine Ampel und Paramente. Um sie vor Staub zu schützen, wurde die Nische verglast.
Die jetzige Marienstatue im Schrein ist eine Imitation des Gnadenbildes von Altötting. Sie ist signiert mit dem Jahr 1875.

Die Grundsteinlegung des damaligen Pfarrhofs in Ziegelbauweise geschah am 17. April 1747 durch den Pfarrer von Pichl. Die Pfarre war gut dotiert. Der Pfarrvikar Johann Sebastian Albrecht erhielt für den Neubau ein Darlehen aus dem Kirchenvermögen. Im Jahr 1935 wurde der Pfarrhof an Private verkauft, die Kapelle ist weiter im Besitz der Pfarrgemeinde Pennewang.

1720    Geschätzte Entstehungszeit des Baldachins in hochbarocken Formen an der Seitenwand
            (Jesuskind erst 1875). Er ist vermutlich bei der Aufstellung des Altars in angeglichener
            Form in die Kapelle gekommen. Er war ursprünglich in dunklem Grün gehalten und
            wurde bei verschiedenen Altarrestaurierungen diesem jeweils angeglichen.

1740    Geschätzte Entstehungszeit des Altars mit einem Drehtabernakel in spätbarocker
            Fassung. Die jetzige Fassung entspricht der Originalfassung.
            Die gleiche Entstehungszeit gilt für die Statuen:      
            Hl. Sebastian
            Hl. Johannes Nepomuk (1729 heiliggesprochen - Namenspatrone des Pfarrvikars auf
                                                                                   hochbarocken Konsolen)
            Zwei Leuchterengel
            Zwei Anbetungsengel auf Volutenkonsolen
            Zwei Reliquiare (Nagel vom Kreuz Christi, Hand der Hl. Anna)
            Zwei Wandleuchter aus Schmiedeeisen

Die Engel und die Heiligenfiguren stammen von verschiedenen Künstlern. Joh. Nepomuk und Sebastian haben eine barocke Erstfassung. Die Engel zeigen Elemente des Rokoko. Sie sind aber in der Letztfassung von einer Hand entstanden. Diese dürfte bei der Innenrenovierung 1897 schon vorhanden gewesen sein (vielleicht sogar schon 1848 bei der Altarrenovierung), da vom damaligen Restaurator Michalek nur Ausbesserungen durchgeführt wurden. Es ist davon auszugehen, dass jeweils beim Vorhandensein finanzieller Mittel Neufassungen z.B. Vergoldungen bei einzelnen Figuren durchgeführt wurden. Stiftungen sind aus dem Jahr 1754, 1779 und 1781 bekannt. Die Neufassung der Reliquiare ist mit 1764 urkundlich belegt. Die Vergoldungen an den Engeln könnte damit zusammenhängen.

Die zwei jubilierenden Putti im Kranz, die zwei kleinen Puttiköpfe unterhalb und oberhalb des Marienschreins stammen aus einer Hand. Sie haben nur eine Fassung, die mit den anderen Engeln ident ist und sind wohl später dazugekommen.

 

1764    Anschaffung einer kleinen, neuen Glocke bei De Martin in Wels
            Neufassung der Reliquienpyramiden

1786    Renovierung des Altars (hellblaue und rosa Farbelemente), wohl auch des Baldachins
            Anschaffung von Leuchtern und Kanontafeln (nicht mehr erhalten).

1801    Einziehen von drei eisernen Schließen
            Das Gestühl in barocker Form stammt vermutlich aus dem beginnenden
            19. Jh. Die derzeitige Holzmaseriemalerei an den Wangen ist um 1900 entstanden. Die
            Innenseite, die Rückwände, die Sitz- und Kniebänke, sowie die Bodenbretter blieben
            unbehandelt.

1834    Zerstörung des Dachstuhls samt Dachreiter und des Sakristeigewölbes durch Brand. Die
            Glocke ist verschmolzen.

1835    Wiederherstellung des Dachstuhls, Schindeldachs und Giebelreiters,
            Ausbesserung des Gewölbes in der Kapelle,
            Anschaffung einer neuen Glocke, gegossen von Johann Hollederer in Linz aus der alten
            Glocke, neue Pflasterung in der Sakristei, Fassaden geweißigt.

1848    Altarrenovierung (graue Totalübermalung)

1851    Marmorpflaster in der Kapelle, Ziegelpflaster in der Sakristei
            neue Stiege
            Ausbesserung des Dachs, des Putzes und des Gewölbes (Johann Gruber aus
            Offenhausen)

1871    Einziehung weiterer Schließen in der Sakristei

1873    Anschaffung der jetzigen vier metallenen Leuchter

1875    Entstehungszeit der Statue „Seligste Jungfrau von Altötting“ (im Sockel datiert)
            und des „Prager Jesuskindes“ im Baldachin“

1886    Längsschließe an der Westseite, dritte Querschließe hinter dem Hochaltar

1896    Innenrenovierung:     Malerarbeiten von Heinrich Colli (Raumschale)
1897                                       Vergolderarbeiten durch Michalek
                                               Der Altar und der Baldachin erhalten eine weiße Fassung
                                               
(Öllackanstrich) und werden mit Blattgold und Goldfarbe
                                               akzentuiert. Die Figuren wurden nur ausgebessert.

            Aus dieser Zeit dürften die Gewölbemalereien stammen. Colli und Michalek hatten vorher einen Auftrag in der Pfarrkirche. Die historisierende Dekorationsmalerei wurde 1998 restauriert. Einige ältere Wandmalereien konnten aufgrund der großen Feuchtigkeitsschäden der Wände nicht wieder hergestellt werden.
Beim Dachbodeneinstieg ist Theodor Schönhofer mit der Restaurierung 1896 vermerkt.

1906    Terazzoboden (Mosaikpflaster aus Zement) mit der Inschrift „Ave Maria“

1922    Pfarrhof und Kapelle bekommen ein Asbestdach

1935    Der Pfarrhof wird an Ferdinand und Anna Zellinger aus Felling verkauft. Die Kapelle bleibt im Besitz der Pfarre.

1942    Am 6. Jänner 1942 wird die Glocke abgeliefert. Seither ist keine mehr vorhanden.

1967    neue Eingangstür mit Fenstergitter und zwei neue Fenster mit Stock (Franz Steinbichler/Johann Schlüsselbauer), Dachrinnen und Ablaufrohre, Malerausbesserungsarbeiten innen und außen (Erwin Preisinger)

1993    Ansuchen um Unterstützung zur Renovierung der ehemaligen Pfarrhofkapelle an die Diözese.

1995    Kapelle und Pfarrhof werden unter Denkmalschutz gestellt.

1997    Beginn der Generalsanierung          

            Ausräumen der Kapelle und Zwischenlagerung bei Fam. Waldenberger
Entfernen des Terazzobodens und horizontale Feuchtigkeitsisolierung des Mauerwerks
Zumauern der Tür zum ehem. Pfarrhof
Elektroinstallation

1998    Putzsanierung (Franz Mitterhauser aus Riedau)
Erneuern des Glockengiebelreiters (Wandverkleidung mit Schindeln, Turmkreuz und Kuppel in Kupfer – Firma Strasser aus Eberstalzell)
Dachausbesserungen und Montage neuer Dachrinnen, Sickerschacht westlich der Eingangstür
Fenster- und Türsanierung (vier neue Aussenflügel – Edith Hummer aus Hirschbach)
Einschotterung und Estrichbetonierung
Malerarbeiten (Walter Luckeneder aus Scharnstein)
Steinbodenverlegung
Aufstellen der restaurierten Altäre und Figuren (Wolfgang Hebenstreit und Claudia Wirlitsch aus Wolfsegg). Altar in schwarzer Originalfassung.
Neues Wandpodest für den Baldachin anstatt des Kredenztischchens im Biedermeierstil Aufstellen der restaurierten Bänke mit einem um 6 cm erweiterten Abstand
Reinigungsarbeiten an den Metallleuchtern und einem Glöckchen (Georg Seyer aus Mauthausen)

1999    Anfertigung eines Beleuchtungskörpers (Erwin Murauer)
Pflasterung des Eingangsbereichs und Asphaltierung der Zufahrt (Gemeinde Pennewang)

2. Mai 1999   Festmesse mit Abt DI Gotthard Schafelner

2010    Begasung der Figuren Hl. Sebastian, zwei Leuchterengel, zwei Engel mit Konsolen, zwei Engelköpfe mit Wolke, zwei Reliquiare, Marienemblem, Kerzenständer aus Holz
in der Friedhofskirche Lambach

2024    Elektroanschluss an den ehem. Pfarrhof

25. Mai 2025  Festmesse „300 Jahre Kapelle Felling“ mit Pfarrprovisor Mag. Franz Wild
            zugleich Abschluss der Neugestaltung des Kreuzwegs, der in diesem Jahr Reliefs
            und Statuen aus Bronzeguss erhielt

                       

                                                                                              Mag. Friedrich Klinglmair

 

Die Höhe des renovierten Altares beträgt 345 cm und die Breite 210 cm.
Die beiden Engel rechts und links am Altar haben je eine Höhe von 45 cm.

In der oberen Altarnische steht eine Nachbildung der Altöttinger Madonna, 57 cm hoch. Das schwarze Gesicht der Altöttinger Madonna kommt im Prinzip von der Oxidierung des jahrhundertelangen Kerzenrauches, dem die Madonna ausgesetzt war (Erklärung Wallfahrtsbüro Altötting).

Die beiden geschnitzten Holzfiguren, hier als Kerzenhalter, messen in der Höhe 53 cm.

Auf dem Altar stehen zwei Reliquienschreine, 57 cm hoch, und 4 Kerzenleuchter mit einer Gesamthöhe von 104 cm.

 Links vom Altar an der Wand die Figur „Hl. Johannes“, 110 cm hoch, rechts die Darstellung „Hl. Sebastian“, 100 cm hoch.

Baldachin geschaffen um 1720, das Prager Jesuskind sowie die Statue „Selige Jungfrau von Altötting“ 1875

Literaturquelle
2025
Kleindenkmäler der Gemeinde Pennewang,
Elfriede und Johann Weiss, Seite 24 - 26
alternative Quelle
DEHIO Oberösterreich, Wien 1956
Schreiben des Bundesdenkmalamtes, Stellung unter Denkmalschutz, Brief 2/96
Florian Oberchristl, Glockenkunde der Diözese Linz, Linz 1941
Österreichische Kunsttopographie, Band XXXIV, Die Kunstdenkmäler des polit. Bezirks Wels II. Teil, Wien 1959
Pfarrchronik der Pfarre Pennewang, Band 1882-1947
Festschrift zur Verleihung des Gemeindewappens, Gemeindeamt Pennewang, Salzburg 1987
Festschrift 400 Jahre Pfarre Pennewang, Eigenverlag 1995
Restaurierbericht Pfarrhofkapelle Felling, Hebenstreit-Wirlitsch 1999
Festschrift zum Abschluss der Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche Pennewang, 2005-2009, Eigenverlag
Datenbankerfassung
2026-01
Weiß Johann
Letzte Überarbeitung
2026-09
Heilingbrunner Brigitte
© Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung in Oberösterreich