Die Eisenbahnbrücke
im 21. Jahrhundert

Obwohl die Eisenbahnbrücke im Jahr 2000 ihren 100. Geburtstag feierte, ist ihr Fortbestand nicht gesichert. 2010 entflammt die Diskussion erneut, ob das einst modernste Bauwerk der Monarchie einer neuen Brücke weichen soll. ÖBB und Magistrat Linz (SP und Grüne) würden einen Neubau einer Sanierung vorziehen, doch ist der Status der Brücke als bedeutendes Denkmal der Verkehrsgeschichte von Linz und Oberösterreich nicht zu übergehen.

Mehrere Gutachten wurden in Auftrag gegeben. Das Bundesdenkmalamt lässt derzeit alle bislang erstellten Gutachten prüfen. Ein Gutachten der ÖBB (Eigentümerin) ergab, dass die Brücke nur mehr bis Ende 2012 genutzt werden darf, eines des Bundesdenmalamtes, dass eine Sanierung und anschließende Weiternutzung durchaus möglich wäre. Denkmalschützer halten auch einen Neubau neben der Eisenbahnbrücke für denkbar, der aber möglicherweise auf Kosten der ältesten 1919 errichteten Kleingartenanlage geht.
 

Linzer Stadtbücher und ihr Umgang mit der Eisenbahnbrücke
Es scheint nicht zufällig zu sein, dass es in den meisten Stadtführern vermieden wird, die Eisenbahnbrücke abzubilden oder ihr auch nur mehr als einen Satz zu widmen. Für das Kulturhauptstadtjahr 2009 wurde ein Panorama-Kalender der Stadt in Auftrag gegeben, doch auch hier fehlt die Brücke. Bei den Vorbereitungen der Dauerausstellung Technik im Linzer Schlossmuseum durfte die Brücke auf Geheiß der ÖBB nicht in der Karte „Industriekultur“ abgebildet werden. Dass die Brücke aber aus dem Linzer Stadtbild nicht weg zu denken ist, beweisen Stadtansichten, wie etwa ein Gemälde von Klemens Brosch und Medienberichte über den jährlich stattfindenden Dreibrückenlauf.

Autorin: Ute Streitt

Der Eiffelturm von Linz - Dokumentation zur Ausstellung zur Linzer Eisenbahnbrücke in der Innovationsecke der Dauerausstellung „Technik Oberösterreich“ im Schlossmuseum Linz, 2012.