Chronologie

In früheren Publikationen zum Welser Gräberfeld Ost wurde der zeitliche Schwerpunkt der Belegung des Friedhofes in die Zeit nach Kaiser Commodus (180–192 n. Chr.) gesetzt. Die Brandbestattungen und manche der Körpergräber der Grabung auf dem Areal der Pendlerparkplätze dürften aber zum überwiegenden Teil dem 2. Jahrhundert n. Chr. angehören, die übrigen datieren in das 3. Jahrhundert n. Chr.

Spätantike Bestattungen fehlten in diesem Teil des Gräberfeldes völlig. Jedoch nutzten offenbar die Menschen des Frühmittelalters (Ende 6. bis Ende 7. Jahrhunderts n. Chr.) noch die römische Infrastruktur bzw. orientierten sich an ihr, wie dies die frühmittelalterlichen Gräber im römischen Friedhof von Wels erkennen lassen.

Die meisten der bajuwarischen Gräberfelder in Oberösterreich liegen entlang ehemaliger römischer Straßen oder sind sogar noch in römische Baustrukturen eingegliedert, wie das Gräberfeld von Schlatt-Breitenschützing.

Erst um 700 n. Chr. wurden im Zuge der Errichtung von Kirchen auch die Friedhöfe dazu angelegt. Die Bestattungen in und um die ehemalige Georgskapelle in Wels geben Zeugnis von dieser Veränderung.

Autorin: Renate Miglbauer, 2007

Spurensuche Archäologie - Dokumentation zur Ausstellung im Stadtmuseum Wels - Minoriten vom 4. Mai bis 14. Oktober 2007.