Körpergräber der Römerzeit

Zwischen den Brandbestattungen fanden sich ca. 65 Körpergräber, deren Grabgruben jedoch zumeist tiefer lagen. Die Orientierung der Körper war sehr unterschiedlich. Die Gräber nahmen aber immer Bezug zur West-Ost verlaufenden Straße bzw. Mauer. Sie datieren in das 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.

Der Verstorbene wurde in vielen Fällen auf dem Rücken liegend mit verschränkten Armen und leicht angehobenem Kopf in die Grabgrube gelegt. Seine Beine waren ausgesteckt. Alleine der Beigaben wegen, wie z. B. Gürtelschnallen, Fibeln, Messer und Parfumfläschen, können männliche von weiblichen Bestattungen unterschieden werden.

Zu den Körpergräbern sind auch sieben Kindergräber zu zählen. Manchmal haben sie eine Abdeckung aus dachförmig angeordneten Ziegelplatten. Den verstorbenen Kindern wurden sehr häufig Grabbeigaben mitgegeben. Das steht im Gegensatz zu den Erwachsenen, deren Gräber oft keine Beigaben aufwiesen. Plinius d. Ältere berichtet, dass es bei den Römern die Regel war, Kleinkinder vor dem Durchbruch der Zähne ausschließlich unverbrannt zu bestatten.

Autorin: Renate Miglbauer, 2007

Spurensuche Archäologie - Dokumentation zur Ausstellung im Stadtmuseum Wels - Minoriten vom 4. Mai bis 14. Oktober 2007.