Kindheit im Ersten Weltkrieg - Aus der Chronik der Volksschule Perg
Am 24.9.1914 kamen in Perg Flüchtlinge aus Galizien, dem Berufe nach Eisenbahner, bestehend aus 28 Köpfen in 3 Familien an, die über Weisung der Behörde über die Kriegsdauer untergebracht werden mußten. Eine Partie kam in das Bürgerspital, eine zum Gastwirt Hofer und eine zum Stiegenwirt. Die schulpflichtigen Kinder, bloß der polnischen Sprache mächtig, wurden nach ihrem Alter in die Klassen eingereiht.
28.2.1915
Nachdem in der jetzigen Kriegszeit der Lehrermangel schon stark fühlbar wird und eine Aushilfskraft nicht zu erhoffen ist, so wurden, um den Halbtagsunterricht zu vermeiden, die 3. u. 4. Klasse zu einer Doppelklasse von 110 Kindern vereinigt.
Lehrerin Luise Morbitzer übernahm freiwillig diese schwere Aufgabe.
Am 13.9.1915 fand die Musterung der 42-50 jährigen Männer von Perg statt. Von 80 vorgeführten Landsturmmännern wurden 63 militärtauglich befunden, das sind 78%. Damit sind wieder viele Kinder der väterlichen Erziehung verlustig geworden.
Auszug aus der Chronik der Volksschule Perg
Gold gab ich für Eisen. Das Leben der Landbevölkerung unter den Auswirkungen des 1. Weltkrieges. - Dokumentation zur Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 5. Mai bis 26. Oktober 2014.