Der Eisweg
des Salzes

Der Eisweg des Salzes

Der Traunsee friert aufgrund seiner Tiefe und des damit verbundenen großen Volumens von ca. 2km3 sowie spezieller Windverhältnisse, die kaum eine glatte Wasseroberfläche ermöglichen, nur ganz selten vollständig zu. Vom Jahr 1600 bis zum Jahr 1900 war dies nur 6mal der Fall, interessanterweise im klimatisch deutlich wärmeren 20. Jahrhundert genauso oft, zuletzt 1963. In den wenigen Jahren, da der Traunsee völlig zugefroren war und es noch keine Bahn- oder Straßenverbindung ins Innere Salzkammergut gab, durfte aber das Förderband des Salztransportes über den See nicht zum Erliegen kommen. Hierfür verbrachte man die in den Salinen erzeugten Salzstöcke (= Fuder) auf Schlitten und zog diese meist zu zweit die 12 km lange Strecke bis nach Gmunden am Nordufer des Sees.

Da dieses Ereignis eine außergewöhnliche Situation im Produktionsablauf des Salzes darstellte, finden sich auch zahlreiche bildliche Darstellungen von professionellen Malern und Laien, die Zeugnis davon abgeben, dass offenbar viele Frauen und Kinder für diese Arbeit eingesetzt wurden. 

Dieser spezielle Salztransport erfolgte zum letzten Mal im Winter 1830.


Autor: Johannes Thomas Weidinger, 2026


Ausstellungsobjekte

Weißes Gold - 500 Jahre Salzhandel mit Böhmen - Dokumentation der Sonderausstellung im K-Hof Kammerhof Museum Gmunden, in Kooperation mit dem Verein "Weg des Salzes", vom 4. März bis 12. April 2026