Salzweg
über den Traunsee

Salzweg über den Traunsee

Ab Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das produzierte Salz von der Saline Ebensee aus in Stöcken (= Fuder) auf Zillen verladen, die bei Schlechtwetter mit einem Dach versehen waren (= "Kobel-Zille“), um das leicht lösliche Salz zu schützen. Die ca. 12km lange Überfahrt den Traunsee entlang erfolgte bei günstigen Südwindverhältnissen mittels gehisster Ra-Segel, bei ungünstigem Gegen- oder Seitenwind mittels Ruder. Etwa auf halber Strecke, nach dem Passieren der steilen Felswände am Ostufer des Sees, erreichte man die sogenannte Ansetz, einen flachen Uferbereich am Fuße des Traunsteins. Von dort gab es auch die Möglichkeit, entlang eines Treppelweges mit Seereitern nach Gmunden gezogen zu werden.

Wie auch immer war die Überfahrt vor allem bei rasch aufziehenden Gewittern und Stürmen aus Westen mit dem extrem gefährlichen Viechtauerwind sehr gefürchtet, zumal den Schiffleuten nicht erlaubt war, das Schwimmen zu erlernen, sodass sie im Falle von Kentern bei der Ladung verbleiben mussten.

Den Schiffstyp Zille mit spitzem Bug und Heck gibt es heute auf dem Traunsee nicht mehr. 


Autor: Johannes Thomas Weidinger, 2026


Ausstellungsobjekte

Weißes Gold - 500 Jahre Salzhandel mit Böhmen - Dokumentation der Sonderausstellung im K-Hof Kammerhof Museum Gmunden, in Kooperation mit dem Verein "Weg des Salzes", vom 4. März bis 12. April 2026