PŘEMSYL OTTOKAR II. - König von Böhmen, Herzog von Österreich

PŘEMSYL OTTOKAR II. - König von Böhmen, Herzog von Österreich | © Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt
Dokumentation der Ausstellung
PŘEMSYL OTTOKAR II.
König von Böhmen, Herzog von Österreich
Zeitraum:
06.07.2024  -  02.02.2025
Texte:
Reitinger Lukáš
Mlčoch Svatomír
Polák Martin
Kuratiert von:
Halama Tomáš
Stütz Bettina, MA
Kons. Fellner Fritz
Thema:
Politik, Recht und Gesellschaft
Epoche:
Mittelalter

Im 13. Jahrhundert gehörten die Gebiete des heutigen Österreich, Deutschland, Norditalien und der böhmischen Länder zum Heiligen Römischen Reich. Die einzelnen Gebiete wurden von Herzögen, Fürsten, Grafen, Erzbischöfen und Bischöfen regiert und kannten die Macht des römischen Königs oder Kaisers an.
Böhmen wurde in dieser Zeit von Königen aus dem Geschlecht der Přemysliden regiert. Mähren, ebenfalls Teil ihrer Herrschaft, wurde durch Marktgrafen regiert. Zu dieser Zeit war Wenzel I. König von Böhmen. Sein zweiter Sohn war Přemysl Ottokar.
Ottokars Macht breitete sich rasch aus. 1247 wird er zum Marktgrafen von Mähren ernannt. Nach dem Tod des letzten männlichen Babenbergers Friedrich II. 1246, zog Ottokar 1251 in Österreich ein und wurde durch die Heirat mit Margarete von Babenberg Herzog von Österreich. So kamen Österreich und die Steiermark in seinen Besitz. 1253 wurde er, nach dem Tod seines Vaters, König von Böhmen. Die Steiermark verlor er 1254 nach dem Friedensschluss von Ofen an Ungarn, konnte sie aber 1260 in der Schlacht von Kressenbrunn zurückerobern.
In der nachfolgenden Zeit konnte Ottokar zahlreiche weitere Gebiete erobern. Sein Reich erstreckte sich vom Erzgebirge bis zur Adria über 600 km und er konnte zahlreiche Verbündete gewinnen. So auch Ulrich III. von Kärnten. Als dieser 1269 stirbt, wird Ottokar Herzog von Kärnten und Krain.
Die Mehrheit der Reichsfürsten war jedoch mit seinem Machtzuwachs nicht einverstanden und so wurde Rudolf, Graf von Habsburg, 1273 als neuer Reichsfürst gewählt. Am 26. August 1278 bei der Schlacht am Marchfeld war König Rudolf schließlich siegreich und Ottokar fand seinen Tod.
Traditionell wird Ottokar als der „Eiserne und Goldene König“ genannt. Er erscheint auch immer wieder in kulturellen Werken. Während seiner Herrschaft kam es zu zahlreichen Stadtgründungen, wie zum Beispiel Budweis, Marchegg, Leoben und Bruck an der Mur.

Die Ausstellung zeigte in 16 Stationen das Leben König Ottokars II. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein der Ottokar-Städte und der Stadt Budweis konzipiert. So wurden dem Schlossmuseum Freistadt die Ausstellungstafeln und einige der Objekte zur Verfügung gestellt. Martin Polák, der das Museum darin unterstützt hat, war auch als Gastredner bei der Eröffnung im Mühviertler Schlossmuseum dabei.

Ausstellungsgestaltung
Verein Ottokar-Städte und Stadt České Budějovice
Autoren: Lukáš Reitinger, Svatomír Mlčoch (Inhalt), Martin Polák (Deutsche Übersetzung), Tomáš Halama (Grafikdesign)